Die CDU hat sich im Bezirk als „Kümmerer-Partei“ inszeniert, doch ihre Investoren-Politik macht sie in der Platte unbeliebt. Kann die Linke davon profitieren?
Das Talcenter im Norden Marzahns hat schon bessere Zeiten gesehen. In dem neben zwei Supermärkten gelegenen maroden Zweigeschosser gibt es außer einem Bürgerbüro der CDU vor allem eins: Leerstand. Das kleine Einkaufscenter in einem der sozial schwierigsten Kieze Berlins soll abgerissen werden. So will es das Bezirksamt und so will es ein Investor, der hier neu plant, und zwar vor allem Wohnungen. Viele Wohnungen. Berlin braucht Wohnungen, keine Frage. Es soll hoch hinaus gehen, höher als die elf Stockwerke der umliegenden Häuser. Und das ruft eine Bürgerinitiative auf den Plan.
Der „Bürgerbeirat Zukunft Talcenter“ hat mehr als 1.000 Unterschriften gegen den Bebauungsplan gesammelt und war auf der Bezirksverordnetenversammlung. Die Bürger sind nicht grundsätzlich gegen Neubau, aber sie wollen ein Wort mitreden. Sie wollen, dass hier am äußersten Stadtrand mehr Infrastruktur für die Bewohner entsteht: Eine Schule, Einkaufsmöglichkeiten, auch Ärzte sollen angesiedelt werden.
Marzahn-Hellersdorf ist der mit Ärzten am schlechtesten versorgte Bezirk Berlins. Und einer, in dem mit am meisten neuer Wohnraum für neue Bewohner entsteht. Das heißt: Noch mehr Menschen müssen in Zukunft um Termine in den wenigen Arztpraxen betteln. Dabei nehmen schon jetzt viele Ärzte keine neuen Patienten mehr an.








