PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraineSelenskyj unterschreibt Gesetz über Helden-Gedenkstätte – und riskiert neuen Streit mit PolenStand: 21:07 UhrLesedauer: 2 MinutenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Quelle: Antti Aimo-Koivisto/Lehtikuva/dpaWolodymyr Selenskyj rückt trotz des Streits mit Polen nicht davon ab, ukrainischen Soldaten mit einem Pantheon zu gedenken – darunter auch Nationalisten, die für Massaker im Zweiten Weltkrieg verantwortlich waren. Jetzt werden seinee Pläne konkret.Vor dem Hintergrund eines Geschichtsstreits mit Polen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Gesetz zur Einrichtung einer nationalen Helden-Gedenkstätte unterschrieben. Dies geht aus einer Bekanntmachung des ukrainischen Parlaments hervor, wie die Agentur Ukrinform berichtete. Polen hatte das Vorhaben heftig kritisiert. Denn in dem sogenannten Pantheon sollen künftig auch Angehörige der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) geehrt werden. Die nationalistischen Untergrundkämpfer waren für Massenmorde an Polen und Juden vor allem in Wolhynien in der heutigen Westukraine während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg mit Zehntausenden Opfern verantwortlich.Selenskyj bekräftigte am Samstag vor Kriegsveteranen: „Das ukrainische Pantheon wird mit Sicherheit entstehen, und nur die Ukrainer werden darüber entscheiden, wer für uns ein Held ist.“Aus Sicht Polens ehrt die Ukraine VölkermörderDer staatliche Gedenkort wird dem Gesetz zufolge in der Hauptstadt Kiew eingerichtet. Geehrt werden sollen historische Figuren seit der Zeit des mittelalterlichen Reiches der Kiewer Rus. Erwartet wird, dass international umstrittene Persönlichkeiten umgebettet werden, die die heutige Ukraine als Unabhängigkeitskämpfer ansieht. Das Pantheon soll zudem als Begräbnisstätte für ukrainische Präsidenten dienen. Lesen Sie auchDie Regierung in Warschau äußerte sich bisher nicht. Doch die Konkretisierung des Vorhabens könnte das Verhältnis zu Polen, einem wichtigen westlichen Verbündeten der von Russland angegriffenen Ukraine, weiter verschlechtern. Nach der Verabschiedung des Gesetzes durch das ukrainische Parlament im Juli rügte die Kanzlei von Polens Präsident Karol Nawrocki, aus Sicht der Polen sei die Verherrlichung von Verbrechern, die in Wolhynien einen Völkermord begangen hätten, nicht der Weg in die westliche Welt.Bereits im Juni hatte es ein Zerwürfnis zwischen den beiden Ländern gegeben, nachdem Selenskyj einer militärischen Einheit den Ehrentitel „Helden der UPA“ verliehen hatte. In der Folge nahm Warschau die Verleihung des Ordens des „Weißen Adlers“ an Selenskyj zurück. Mehrere ukrainische und polnische Politiker gaben zudem Ehrungen aus dem Nachbarland zurück.dpa/jho
Ukraine: Selenskyj unterschreibt Gesetz über Helden-Gedenkstätte – und riskiert neuen Streit mit Polen - WELT
Wolodymyr Selenskyj rückt trotz des Streits mit Polen nicht davon ab, ukrainischen Soldaten mit einem Pantheon zu gedenken – darunter auch Nationalisten, die für Massaker im Zweiten Weltkrieg verantwortlich waren. Jetzt werden seinee Pläne konkret.







