Der Altstädter Markt in Spandau, ein Vormittag im August, die Sonne noch mild genug, um lange stehen zu bleiben. Vier Wahlstände drängen sich hier dicht an dicht, fast Schulter an Schulter: Sonnenschirme in Parteifarben, Roll-ups, ein paar Luftballons, die im Wind gegen die Stangen schlagen.

Es riecht nach Kaffee vom Imbiss nebenan, irgendwo dudelt Musik aus einem Lautsprecher, dazwischen das Klappern von Fahrradständern und das Quietschen einer Bremse. Auf engstem Raum kämpfen an diesem Vormittag CDU, Linke, BSW und AfD um Aufmerksamkeit, vier Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September – und, viel unmittelbarer, um jeden Einzelnen, der stehen bleibt.

Karin Elbers bleibt stehen. Sie zögert einen Moment, bevor sie sich den Ständen zuwendet, den Blick erst suchend über die Reihe der Schirme gleiten lassend, als müsse sie sich orientieren, wer hier eigentlich wofür steht.

Vor ihr das übliche Bild eines Spandauer Wahlkampf-Vormittags: Ein junger Mann schwenkt lässig eine Deutschlandfahne, ein paar Stände weiter weht eine Regenbogenfahne im selben Wind, dazwischen Menschen, die von Stand zu Stand ziehen, manche zielstrebig, manche wie sie unentschlossen und auf der Suche.

Karin Elbers in der Spandauer Fußgängerzone: „Die Blauen da vorne, auf gar keinen Fall.“