Wer an diesem Sonnabendnachmittag auf einen abgesperrten Platz gegenüber dem Lindencenter in Stralsund-Grünhufe ankommt, muss nicht lange suchen, bis ihm etwas angeboten wird. Die Bratwürste sind kostenlos, auf einem Tisch stehen Getränke, Zigarettenschachteln wandern von A nach B. Es wird viel geraucht an diesem Nachmittag, beim Wahlkampfauftakts der AfD Mecklenburg-Vorpommern. Zeitweise verschwinden ganze Grüppchen in einer Wolke aus Qualm. Im Hintergrund, zwischen AfD-Bannern und Deutschlandflaggen, steht eine Hüpfburg.

Es ist ein unspektakulärer Ort für den Auftakt zum größten Wahlkampf, den der Landesverband nach eigenen Angaben je geführt hat. Nicht der Alte Markt in der historischen Altstadt, nicht der Hafen mit Blick auf den Strelasund. Stattdessen Grünhufe am westlichen Rand der Stadt. Hinter der Bühne stehen mehrgeschossige Wohnblöcke, daneben ein Netto-Markt und ein Einkaufscentrum, welches unter der Woche um 18 Uhr und am Sonnabend schon um 16 Uhr schließt.

Mecklenburger Jugend: „Die AfD wird regieren“

Sechs Wochen vor der Landtagswahl führt die AfD in Mecklenburg-Vorpommern die Umfragen an. Die jüngste Erhebung von Infratest dimap für den NDR von Anfang Juli sieht die AfD bei 36 Prozent, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei 29, die Linke bei 12, die CDU bei 9, die Grünen bei 5 und das BSW bei 4 Prozent. Es ist also durchaus möglich, dass am 20. September erstmals seit 1998 nicht die SPD stärkste Kraft im Land wird.