Am Mehringdamm stehen sie wieder. Vierzig Minuten Schlange für ein Fladenbrot, Rucksäcke aus Rotterdam und Bologna, Handys im Hochkantformat.So sieht Anbetung aus. Sie gilt einem Produkt, das überschätzt ist, und zwar gewaltig.

Döner-Geschichte: 1972 am Bahnhof Zoo erfunden

Die Legende kann hier jeder runterbeten wie ein Vaterunser. Kadir Nurman, 1972, Bahnhof Zoo, 1,50 Mark.Sein Original: Fleisch und Zwiebeln im Fladenbrot, mehr nicht. Salat, Tomate und Soße kamen später, weil der deutsche Gaumen danach verlangte.Der Drehspieß ist osmanisch, geschenkt. Das Ding in Staniolpapier aber ist eine Westberliner Konstruktion.

Wie wenig türkisch es ist, zeigte sich 2025. Als ein Verband aus Istanbul den Döner in der EU als „garantiert traditionelle Spezialität“ schützen lassen wollte, hätten 80 bis 90 Prozent der deutschen Imbisse ihr Produkt umbenennen müssen. Der Antrag ist inzwischen zurückgezogen.Berlins Nationalheiligtum wäre nach türkischen Maßstäben Etikettenschwindel.

Türkische Küche: Mantı, Lahmacun, Cağ Kebabı