Männer auf einer Bank am Bodensee: Wer wird überhaupt noch gebraucht?

Ingo ist 57. Nach 35 Jahren hat der Disponent jetzt die Kündigung von seiner Firma erhalten. Personalabbau. Ingo fragt sich natürlich: Warum? Wo doch die Leute angeblich länger arbeiten sollen. Das ist zumindest einer der zentralen Punkte aus den vielgelobten Empfehlungen der Rentenkommission in diesem Sommer (mehr dazu lesen Sie hier) .

Warum soll Ingo nun mit 57 verschwinden?Und nicht nur er. Denn so wie ihm geht es gerade vielen älteren Arbeitnehmern. In den vergangenen drei Jahren sind die Arbeitslosenzahlen leicht, aber kontinuierlich gestiegen, von 2,81 Millionen im Juli 2024 auf 3,01 Millionen im Juli 2026. Besonders hat es ältere, oft teurere Arbeitskräfte getroffen. Tausende hochbezahlte Mitarbeiter bei Konzernen wie VW, Daimler-Benz oder SAP haben üppige Abfindungsangebote erhalten. Die VW-Tochter Audi rühmt sich sogar, den Abbau von Tausendem Stellen sozialverträglich einzig über Altersteilzeit und Frühverrentung hinzubekommen .

Welche älteren Fachkräfte werden wirklich noch gebraucht? Und was heißt das für die, für die es keine sechsstelligen Abfindungsangebote gibt wie bei den Konzernen?Arbeitslosigkeit wird wieder so sehr als Bedrohung wahrgenommen, dass eine Versicherung wie die Düsseldorfer Arag eine ganze Werbekampagne für ihre Rechtsschutzversicherung rund um den drohenden Jobverlust geschaltet hat. »Ihr Chef stellt Sie aufs Abstellgleis? Der Arag Rechtsschutz hilft«, heißt es auf den Plakaten. Dazu veröffentlicht der Versicherer Zahlen, nach denen sich die Rechtsschutzfälle im Arbeitsrechtsschutz seit 2021 um 63 Prozent erhöht hätten .