Liebe Leserin,lieber Leser,freitags ist bei uns zu Hause Kinoabend. Manchmal dauert es genauso lange wie der Film selbst, bis die Kinder sich auf selbigen geeinigt haben. Ich kann das durchbrechen, indem ich ihnen androhe, wir könnten auch einen meiner Lieblingskinderfilme gucken – einen „Klassiker“. Sobald ich dieses Wort in den Mund nehme, verdrehen sie die Augen.Während ihnen die Bilder, die Schnitte, die Klamotten der Protagonisten in den Filmen zu altbacken sind, haben sie älteren Büchern gegenüber solche Vorbehalte überhaupt nicht. Klassiker wie Kleiner König Kalle Wirsch der deutschen Schriftstellerin Tilde Michels, die Doktor-Proktor-Bände des norwegischen Erfolgsautors Jo Nesbø, Drachenreiter von Cornelia Funke oder auch Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von Michael Ende – sie alle stehen in ihren Bücherregalen.Und als ich sie kürzlich so durchblätterte, fiel mir auf, dass in all diesen Kinder- und Jugendklassikern bedrohliche Wesen eine entscheidende Rolle spielen. So bewacht etwa der feuerrote Drache Murumesch in der unterirdischen Welt der Erdmännchenvölker den gefährlichen Uranstein.Im Drachenreiter, in dem der Drache Lung mit seinen Begleitern auf der Suche nach dem „Saum des Himmels“ ist, trifft er auf seinen Hauptantagonisten Nesselbrand den Goldenen. In Jo Nesbøs Proktor-Klassikern treibt die Riesenschlange namens Anna Konda in der Kanalisation von Oslo ihr Unwesen, und auch die peruanische Saugespinne „Perry“ könnte bei Kindern den ein oder anderen Albtraum verantworten.Dagegen erscheint Herr Tur Tur, auf den Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer in der Wüste „Ende der Welt“ treffen, geradezu harmlos. Beschreibt ihn Ende doch als friedlichen, empathischen, hilfsbereiten, allerdings bisweilen einsamen älteren Herrn. Sein Problem jedoch ist, dass jeder, der ihm begegnet, einer optischen Täuschung unterliegt. Aus der Ferne betrachtet wirkt Tur Tur wie ein bedrohlicher Riese, dem sich zu nähern, außerordentlich risikoreich erscheint.Dabei können optische Täuschungen sogar ein Geschäftsmodell sein. Lukas Flöer ist Gründer der Werbefirma Metads und bedient sich genau solcher Illusionen, mit deren Hilfe er auf Megascreens die Botschaften seiner Kunden unters Volk bringt. Und diese optischen Täuschungen sind ebenso wenig bedrohlich wie der Scheinriese. Flöer ist damit ziemlich erfolgreich. Obwohl oder vielleicht gerade weil da schon mal ein Auto auf einen zuzurasen scheint oder ein futuristisches Wesen aus dem Screen zu springen droht.Ich wünsche Ihnen ein Wochenende, an dem Sie keiner Illusion erliegen.Ihre Claudia PansterRessortleiterin Wochenende und ReportWerbung von Metads am Times Square: Für die sogenannten „Landmarks“ (Flächen ab 100 Quadratmetern) wird oft ein eigenes Motiv kreiert. Foto: MetAdsWerbung, die aus dem Rahmen springtEr gründete im September 2023, in den Nachwehen der Coronapandemie. Ein Härtetest. Doch schon im ersten Jahr verdoppelte Metads seinen Umsatz, ebenso im zweiten. Dieses Jahr rechnet Lukas Flöer erstmals mit einem zweistelligen Millionenumsatz. Und das in einem Markt, in dem die Budgets insgesamt spürbar kleiner werden – Werbung. Wie Flöer das geschafft hat, beschreibt Christian Wermke.Timo Maisel (l.) und Thomas Röthig: Bis zum Ende des Jahres führen sie Voss gemeinsam. Foto: PR [M]Mehr als Steckverbindungen und BremsenTimo Maisel ist gerade umgezogen – von Boomtown Shanghai ins beschauliche Bergische Land. Und das, um einen Autozulieferer zu leiten. „Warum tut er sich das an?“, könnte man fragen. Aber von wegen: Voss stemmt sich gegen die Krise der Branche, stellt sogar Leute ein. Mit welcher Strategie dem Mittelständler das gelingt, hat Felix Stippler sich in Wipperfürth angeschaut.Innerlich gekündigt: Einer Umfrage zufolge wollen mehr als ein Drittel der Beschäftigten den Arbeitgeber wechseln. Foto: Getty Images [M]„Ich langweile mich zu Tode in meinem Job“Jeder dritte Deutsche würde gern den Arbeitgeber wechseln. Die Anzahl derer, die es im Moment wirklich wagen, ist allerdings deutlich geringer. Denn es ist gar nicht so leicht, einen neuen Job zu finden. Woher kommt die Unzufriedenheit? Was bedeutet das für Unternehmen? Und was können Wechselwillige tun? Das beantwortet Franziska Telser.Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam: Das Land mit 100 Millionen Einwohnern bietet gute Chancen für deutsche Unternehmen. Foto: Peer/Handelsblatt, Getty ImagesDas Wirtschaftswunder von VietnamEs galt als einer der größten Verlierer von Donald Trumps Zollkrieg. Ein Jahr später boomt Vietnam wie kein anderes großes Schwellenland in Asien – und lockt deutsche Unternehmen mit ungeahnten Chancen. Teilweise wachsen die Städte so schnell, dass nicht mal Google Maps mitkommt. Mathias Peer war vor Ort.Andrea Schneider-Braunberger: Die Historikerin arbeitet die Geschichte von Unternehmen zur Zeit des Nationalsozialismus auf. Foto: Privat, Getty Images [M]„Unternehmer sollten eine Brandmauer zur AfD aufrechterhalten“Auch wenn es uns heute besser geht als zur Zeit der Weltwirtschaftskrise 1929, ist die Grundkonstellation die gleiche: Es herrscht Unsicherheit für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. Die Historikerin Andrea Schneider-Braunberger sieht einige Parallelen. Im Interview mit Anja Müller warnt die Wissenschaftlerin – und erklärt, was Unternehmer aus der Geschichte für den Umgang mit der AfD lernen können.Kulturraffinerie K714 in Monheim: Kosten fast verdreifacht. Foto: PRAufbruch oder letzter Akt am Rhein?Sie haben einen Geysir, eine Pyramide und kostenlosen öffentlichen Nahverkehr. Und nun auch noch die modernste Konzerthalle Europas. Die Rede ist hier nicht von einer Metropole wie Köln oder Düsseldorf, sondern von einem 43.000-Einwohner-Städtchen genau dazwischen: Monheim. Einem ziemlich verschuldeten Städtchen. Wie es dazu kam, beschreibt Torsten Firlus.Ideenfindung im Reichstag: Was haben die meisten Altkanzler Friedrich Merz voraus? Foto: Getty Images [M]Altkanzler hatten intellektuelle Berater, Friedrich Merz hat Wolfram WeimerDie Geschichte der Bundesrepublik ist auch eine Geschichte ihrer Regierungschefs. Bis Friedrich Merz vereidigt wurde, gab es acht Kanzler und eine Kanzlerin. Manche hatten Charisma, andere Beharrungsvermögen. Sie alle hatten Berater. Was lernten sie von Intellektuellen? An diese Beziehungsarbeit hat sich der Literaturwissenschaftler Peter-André Alt gemacht. Hans-Jürgen Jakobs hat in dessen neuem Buch einige Überraschungen gefunden.Weingutbetreiberin Carolin Spanier-Gillot: Hitze ist kein Stress. Foto: PR„Cool Climate? Mag ich nicht mehr hören“Mercedes GLC: Elektro-SUV auf Italien-Reise. Foto: Mercedes/HandelsblattLa Deutsche VitaItalien ist das Lieblingsreiseland der Deutschen, aber für Elektroautofahrer war es lange schwieriges Terrain. Noch 2020 beschwerte sich der damalige VW-Chef Herbert Diess öffentlich über die dürftige Ladeinfrastruktur südlich der Alpen. Mit neuen Elektroautos wie dem Mercedes GLC soll das alles kein Problem mehr sein. Oder? Lukas Bay hat es getestet.Kolumnist Firlus, Norseman-Start: Lektionen fürs Leben. Foto: Privat, Ariel Wojciechowski/xtri world tourErkenntnisse eines ExtremsportlersAls mein Kollege Torsten Firlus mir erzählte, dass er für den härtesten Triathlon der Welt 17 Stunden und 31 Minuten gebraucht hat, erwischte ich mich bei der Frage, ob ich einen solchen Wettbewerb 17 Minuten und 31 Sekunden durchhalten würde. Er aber hat bereits zum dritten Mal am Norseman Xtreme Triathlon teilgenommen – und aufgeschrieben, was er dabei über Ziele gelernt hat.Kolumnistin: Mütter erfahren im Job mehr Nachteile als Männer, schreibt Agatha Kremplewski. Foto: Max Brunnert, Getty [M] HandelsblattIst man als Mutter im Job weniger wert?Eigentlich sind Mütter die perfekten Führungskräfte. Tun sie doch den ganzen Tag nichts anderes, als ein kleines Familienunternehmen zu führen: Prozessmanagement (Haushalt), Fortbildungen organisieren (Krabbelgruppen), Führen schwieriger Gespräche (Erziehung) – all das beschäftigt auch Chefs regelmäßig. Und dennoch haben Mütter oft Nachteile im Job. Warum eigentlich, fragt sich Agatha Kremplewski.Video der Woche: Warum bezahlen Menschen 25.000 Dollar für ein „optimiertes Baby“? Foto: Quelle: Imago / Zoonar, Getty Images, PR, Canva„Sie ist gesund. Es war ein sehr erfolgreiches Projekt“So spricht der Neurologe und promovierte Humangenetiker Smigrodzki in North Carolina über die Entstehung seiner Tochter. Die Sechsjährige ist das erste Kind weltweit, bei dem polygenes Embryoscreening genutzt wurde. US-Start-ups versprechen Eltern dadurch gesündere und intelligentere Kinder. Wissenschaftler und Ethiker sind entsetzt – die Hintergründe erklärt Nell Rubröder im Video. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. 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