Liebe Leserin,lieber Leser,manchmal kommen die Kollegen auf wilde Ideen. In den eigenen Urlaub zu laufen zum Beispiel, statt ein Auto, Flugzeug oder zumindest Fahrrad zu besteigen. So hat es unser Autor Sebastian Dalkowski kürzlich gemacht. Er spazierte zum Ferien machen einfach in seinen Nachbarort in NRW.Nun gebe ich zu, dass ich für meinen anstehenden Sommerurlaub nichts dergleichen plane. Trotzdem fasziniert mich die Haltung des Kollegen: Um etwas Schönes zu finden, muss man nicht weit reisen. Das gute Leben kann überall auf uns warten, sogar in Willich am Niederrhein.Mir gefällt dieser Ansatz. Denn irgendwie legen wir alle zu viel Wert auf das Außergewöhnliche. Wir träumen montags schon vom Wochenende, obwohl Sams- und Sonntage nur einen Bruchteil unserer Lebenszeit ausmachen. Wir fiebern monatelang auf große Reisen hin und verdrängen dabei, dass unser Leben sich eigentlich woanders abspielt: zu Hause, im Büro, im Alltag eben.Verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte niemandem seine Vorfreude vermiesen. Aber warum denken wir ständig darüber nach, wie wir unserem normalen Leben entfliehen können – statt es uns einfach im Hier und Jetzt schöner zu machen?Das zu schaffen, ist gar nicht so schwer. Ich habe zum Beispiel vor ein paar Wochen beschlossen, öfter mal ohne Kopfhörer im Ohr herumzulaufen. Dadurch bekomme ich in der Bahn oder auf der Straße plötzlich fast täglich Gesprächsfetzen mit, die mich zum Lachen oder Nachdenken bringen. Ich musste dafür nicht aus meinem Leben ausbrechen. Sondern nur mal genauer hinhören.Auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, scheinen Menschen zu mögen, die das Potenzial in ihrer direkten Umgebung sehen. Selten bekommen wir beim Handelsblatt so viel positive Rückmeldung wie bei Geschichten über Unternehmerinnen oder Manager, die trotz der Standortmisere etwas wagen – nicht woanders, sondern hier in Deutschland. Die hier investieren, ihre Unternehmen transformieren, neue Geschäftsfelder erschließen. Auch in dieser Ausgabe gibt es wieder eine solche Geschichte, versprochen.Ich wünsche Ihnen ein Wochenende, an dem das Gute ganz nah liegt.IhreJulia BeilStv. Ressortleiterin Wochenende & ReportImpressionen aus Willich: Ein Autor spaziert in den Urlaub. Foto: S. Dalkowski, Imago, Getty Images [M]Willich? Dahin will ichIch erzählte Ihnen ja bereits von Sebastian Dalkowskis Kurztrip. Er hat noch nie verstanden, weshalb Menschen zum Urlaub machen weit wegfahren – sich selbst könne man schließlich sowieso nicht entkommen. Wie erholsam seine Zeit in Willich war und woran er schnell erkannte, dass dort eine beträchtliche Anzahl von Einkommensmillionären lebt, lesen Sie hier.Dorfner-Chef Mirko Mondan: Sieht in seinem Unternehmen einen Datenschatz. Foto: Dorfner (3) [M] Handelsblatt„Schlau anders“Als Mirko Mondan 2020 zum oberpfälzischen Industrieunternehmen Dorfner kam, war Pandemie. Und das war nicht das einzige Problem: Lieferketten funktionierten nicht mehr, Nachhaltigkeitsanforderungen waren gestiegen und die Rohstoffe, die das Unternehmen braucht, sind begrenzt. Mondan begegnete alldem mit einer ausgefeilten KI-Strategie – die, wie Anja Müller schreibt, zum Vorbild für viele andere Unternehmen taugt.Mensch und KI: Gerade Führungskräfte sollten sich mit der Technologie auskennen, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Foto: Getty ImagesTesten Sie sich!Wie fit sind Sie, wenn es um KI geht? Bei uns können Sie den Selbsttest machen. Ein renommierter Headhunter hat Annika Keilen verraten, welche Fragen er Bewerberinnen und Bewerbern stellt, um deren KI-Fähigkeiten zu prüfen – und welche Antworten er hören will.Smartphones: Die tägliche Reizüberflutung wirkt sich negativ auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Foto: Getty Images [M]Daddeln, daddeln, daddelnDie Debatte über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche läuft seit Monaten weltweit. Was dabei zu kurz kommt: Auch wir Erwachsenen fallen auf die süchtig machende Technologie in unseren Smartphones herein. Was Sie und ich jetzt sofort tun können, um nicht irgendwann an „digitaler Demenz“ zu leiden, weiß Christine Weißenborn.Howard Buffett (l.) in der Ukraine: Er reiste nach eigenen Angaben bereits 27 Mal in das von Russland angegriffene Land. Foto: Getty ImagesPromi-Sohn mit moralischem KompassHoward Buffett hatte nie Interesse daran, die Investmentfirma seines berühmten Vaters Warren zu führen. Er hilft mit seiner eigenen Stiftung lieber der Ukraine: indem er etwa Minenräumung finanziert oder Kriegsverbrechen dokumentiert. Was den Buffett-Sohn antreibt und welchen Teil seines Erbes dessen 95-jähriger Vater für ihn vorsieht, können Sie im Artikel von Astrid Dörner und Carsten Volkery nachlesen.Literaturempfehlungen zum Thema Tech: Die Bücher werden düsterer. Foto: Getty Images [M]Von Broligarchie, Muskismus und dem „Homo Augmentus“Noch vor einigen Jahren, schreibt Sven Prange, lasen sich Bücher zu Technologiethemen anders als heute. Während die Autorinnen und Autoren damals viel erklärten (Wie funktioniert generative KI? Was sind Kyptowährungen?), geht es in den aktuellen Werken oft um die nahezu dystopischen Folgen, die Technologie auf uns als Gesellschaft haben kann. Hier finden Sie acht spannende Buchempfehlungen dazu.Coworking-Space: Handelsblatt-Autor Christian Wermke hat getestet, wie es sich zum Beispiel aus Hotellobbys so arbeiten lässt. Foto: PRArbeiten von überallIch weiß ja nicht, wie es in Ihrem Büro aussieht, aber das Handelsblatt verfügt an keinem seiner Standorte über eine finnische Sauna. Mein Kollege Christian Wermke kam kürzlich trotzdem in den Genuss, an einem Ort mit integriertem Wellnessbereich zu arbeiten. Möglich war das, weil er wochenlang die App von AT World getestet hat: einem Unternehmen, das seinen Kunden Zugang zu Hunderten verschiedenen Arbeitsumgebungen anbietet. Christians Fazit finden Sie hier.Swatch-Uhren: Die Kooperation mit der Nobelmarke Audemars Piguet sorgte vor einigen Wochen für Tumulte. Foto: REUTERS„Das ist dann vergleichbar mit einer Jagdtrophäe“Wissen Sie noch, wie im Mai massenweise Menschen vor Uhrengeschäften campten – wegen der „Royal Pop“, entstanden aus der Kollaboration zwischen Swatch und Audemars Piguets? Joram Scher hat laut eigenen Angaben noch nie für eine Uhr in einer Schlange gestanden. Warum der erfahrene Uhrenhändler den Hype trotzdem versteht, wann man mit bestimmten Modellen unter „Schnöselverdacht“ gerät und welche Preisklasse gerade kaum noch über den Ladentisch geht, hat er Markus Hinterberger erzählt.Ulf Sommer: Er analysiert für das Handelsblatt Aktien- und Bilanzkennzahlen. Foto: HBEr hat einen LaufDer Dax steigt und steigt. Doch warum nur? In den vergangenen Wochen sprang der deutsche Leitindex von einem Rekord zum nächsten, trotz konjunktureller Schwäche und der unverändert instabilen geopolitischen Lage. Woran das liegt und warum es gar nicht so viel mit der innerdeutschen Wirtschaftslage zu tun hat, weiß Handelsblatt-Börsenexperte Ulf Sommer.Kolumnist Felix Oldenburg: Deutsche Banken lassen sich aktuell eine Chance entgehen, meint er. Foto: Viktor Strasse, PRMilliarden bleiben liegenGrüne und soziale Geldanlagen funktionieren nicht als Massengeschäft, schreibt Handelsblatt-Kolumnist Felix Oldenburg. Banken müssten sich damit stattdessen an vermögende Kunden richten. Doch deutsche Geldhäuser unterschätzten, wie wichtig sinnstiftendes Anlegen gerade wohlhabenden jungen Menschen ist. Was auf dem deutschen Bankenplatz seiner Meinung nach jetzt passieren muss, hat der Sozialunternehmer hier aufgeschrieben.Video der Woche mit Nell Rubröder: Wie schafft Nomoo es, entgegen dem Trend so erfolgreich zu sein? Foto: Nomoo, Ben & Jerry's, MagnumWarum eigentlich ist diese Kölner Eismarke so stark?Viele kleine Eisunternehmen sind gescheitert. Nomoo aber wächst. Die vegane Kölner Marke will es mit globalen Marktführern wie zum Beispiel Magnum aufnehmen. Damit das gelingen kann, hat das Unternehmen eine ungewöhnliche Entscheidung getroffen – und verzichtet nach außen auf seinen einstigen Markenkern. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. 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Außerdem: Ein Selbsttest für Ihre KI-Kompetenz, ein Promi-Abkömmling im Dienste der Ukraine und ein Rezept gegen die digitale Demenz. Das sind unsere Leseempfehlungen.






