Lieber Leser, liebe Leserin,wann haben Sie sich zuletzt durch einen Reigen schlechter Nachrichten gescrollt? Vermutlich, unterstelle ich mal, ist es noch nicht wahnsinnig lange her. Auch ich klicke und wische mich regelmäßig zu lange durch den „Bad-News-Cocktail“ in meinem Smartphone.Stellenabbau hier, ein Trump’scher Totalausfall da, rücksichtslose Tech-Milliardäre dort: Schön ist das alles nicht. Im Gegenteil, die Welt da draußen macht schlechte Laune, graue Haare und Falten. Aber hey, sage ich mir dann regelmäßig – wenigstens weiß ich Bescheid! Ich bin schließlich auch nur ein Opfer meines Gehirns. Und das ist evolutionär darauf programmiert, meine Umgebung gründlich auf Gefahren zu scannen und so mein Überleben zu sichern.Für unsere Steinzeit-Vorfahren war es besser zu wissen, dass gleich ein Säbelzahntiger um die Ecke biegt, als von einem überrascht zu werden. Wer schon weiß, dass das Raubtier sich nähert, kann sich schließlich noch schützen. Schnell auf einen Baum klettern, sich totstellen oder – die unorthodoxe Variante, die sicher auch im ein oder anderen Unternehmen in abgewandelter Form praktiziert wird – dem Raubtier einfach diese eine nervige Kollegin aus der Höhlengruppe zum Mittagessen vorwerfen, um selbst verschont zu bleiben.Um heute nicht überrumpelt und gefressen zu werden, konsumieren wir eine schlechte Nachricht nach der anderen. Aber was, wenn es auch anders ginge? Wenn wir uns genauso gut mit Positiv-News auf die Welt vorbereiten könnten? Und danach nicht in Habachtstellung rausgingen, sondern inspiriert und optimistisch?Diesen Ansatz würde ich heute gern mit Ihnen ausprobieren! Steigen wir zusammen positiv ins Wochenende ein. Denn mit Offenheit und Neugier schafft man es manchmal sogar bis in eine Keynote-Rede des Nvidia-Chefs Jensen Huang vor 30.000 Menschen. So wie Gerhard Erschwendner – ein 68-jähriger Hobbybrauer, der sich von seinem Sohn dazu inspirieren ließ, sein Bier einfach mithilfe von KI zu produzieren. Programmierkenntnisse hatte Erschwendner vorher keine.Mir machen solche Geschichten Mut, mich mehr zu trauen, statt hinter jeder Ecke einen Säbelzahntiger zu vermuten. Ihnen auch? Dann sagen Sie es mir, damit wir mehr davon schreiben können! Melden Sie sich gern auch mit Kritik oder Anregungen. Was möchten Sie in diesem Newsletter lesen? Was fehlt Ihnen? Ich freue mich über jede Rückmeldung, die unser Angebot besser macht.Ich wünsche Ihnen ein Wochenende, an dem Sie vor Optimismus nur so strotzen.IhreJulia Beilstellvertretende Ressortleiterin Wochenende & ReportJensen Huang (links), Gerhard Erschwendner: Als letzterer gerade die Sportschau anschauen wollte, rief plötzlich ein Nvidia-Topmanager an. Foto: Reuters, PR [M]Ein Bier geht um die Welt„Das bin i“, entfuhr es dem Hobbybrauer Gerhard Erschwendner, als er sich selbst aus den Lautsprechern eines Zürcher Kinos reden hörte. Im Kinosaal verfolgte er im Frühling die Keynote von Nvidia-Chef Jensen Huang auf dem „Superbowl der KI“ – der Entwicklerkonferenz des Chipkonzerns in Kalifornien. Wie es dazu kam, dass ein 68-jähriger Pensionär aus einem Schweizer Dorf einen der mächtigsten CEOs der Welt für sein Bier begeisterte, weiß Katrin Terpitz.Roboter baut Holzhaus: Wette auf den Industriestandort Deutschland. Foto: PR [M]Hoffnung im Land der schlechten LauneGute Stimmung verbreitet auch diese Geschichte, deren Protagonisten Alex Ziegler und Maximilian Wörner heißen. Die beiden Unternehmer haben gerade eine Industrieanlage mitten in Baden-Württemberg errichtet. Ja, genau, am Standort Deutschland, dem in beunruhigender Regelmäßigkeit der Untergang vorhergesagt wird. Woher kommt der Optimismus dieser zwei Schwaben? Sven Prange hat sie gefragt.Sechs Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, sechsmal große Ambitionen: Sie alle sind über ihre Region hinaus bekannt und beliebt. Foto: AP (2), Reuters, Picture Alliance, AFP, Imago [M]Vom Rathaus in die Downing StreetDenkt man an die Spitzenpolitik, fallen einem zuerst Bundeskanzler, Präsidenten und Parlamentarier ein. Was einem eher nicht einfällt: Bürgermeister. Dabei zeigen Beispiele wie das von Andy Burnham, Ex-Bürgermeister des Großraums Manchester und bald wohl britischer Premier, dass die Stadtoberhäupter es immer öfter zu nationalen Führungsfiguren bringen. Wo das auf der Welt gerade noch so ist und was dahintersteckt, erklären Ihnen die Korrespondentinnen und Korrespondenten des Handelsblatts.Menschen beim Baden in der Isar: Wasser ist in München ein knappes Gut. Foto: Getty Images, Picture Alliance [M]Der Hahn ist zuIn München ist Privatleuten ab sofort das Rasensprengen, Autowaschen und Pool-Befüllen verboten. Ich spare mir den dieser Tage oft gehörten Witz, dass die Münchnerinnen und Münchner doch ihre Schwimmbecken einfach mit Champagner auffüllen sollen, und leite stattdessen über zu den wichtigen Fragen: Bringt’s diese Regelung wirklich? Und wie verteilt man das knappe Gut Wasser ökonomisch sinnvoll? Nachlesen können Sie das hier.Junge Akademiker: Viele gehen davon aus, dass die KI ihre Jobaussichten eintrübt. Foto: AP/ Jessica HillRätselaufgabe StudienfachÜberall auf der Welt fürchten junge Menschen gerade, dass die KI ihnen die Einstiegsjobs wegschnappt. Die Angst ist berechtigt, kann die Technologie doch immer mehr Routineaufgaben übernehmen. Was also sollen Schulabgängerinnen und -abgänger heute überhaupt noch studieren, um auf dem Jobmarkt weiter Chancen zu haben? Lina Knees beantwortet diese Frage anhand umfangreicher Datensätze aus Deutschland und den USA.Vanessa Göcking: Ihr Verlag landet einen Bestseller nach dem anderen. Foto: PRMänner müssen draußen bleibenIch habe schon vor einiger Zeit entschieden, neue Bücher nur noch dann zu kaufen, wenn sie von einer Frau geschrieben wurden. Ein Buch aus dem Vani Verlag steht bei mir allerdings noch nicht im Regal – was ich nach der Lektüre von Sebastian Dalkowskis Porträt über dessen Gründerin bald ändern werde. Vanessa Göcking, selbst Autorin, verlegt nur Frauen, die sich bisher noch keinen Namen als Schriftstellerin gemacht haben. Und hat damit gegen alle Wahrscheinlichkeiten großen Erfolg.100 Jahre Tradition: McKinsey ist Chiffre für die gesamte Beratungsbranche. Foto: HB/Flux2Von Härte, Leistung und ErfolgDer Name McKinsey steht für die wohl prestigeträchtigste Beratung der Welt. Dieses Jahr wird der Konzern 100 – für Tanja Kewes, unsere Handelsblatt-Beratungsinsiderin, Grund genug, den Mythos McKinsey einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Worauf basiert der Erfolg des Konzerns? Und was sind seine Schattenseiten? Eine Analyse.Ulf Sommer: Er analysiert für das Handelsblatt Aktien- und Bilanzkennzahlen. Foto: HBAchtung, Anlegerfalle!Was günstig und billig ist, hat im Leben fast immer einen Haken, schreibt mein Kollege Ulf Sommer. So ist es auch an der Börse, genauer gesagt: bei den Aktien der großen deutschen Autobauer. Die überzeugen zwar mit sehr niedrigen Bewertungen und hohen Dividendenrenditen, zwei vermeintlich attraktiven Finanzkennzahlen. Viele Anlegerinnen und Anleger sind trotzdem nicht überzeugt. Warum, analysiert Ulf hier für Sie.Kolumnist Felix Oldenburg: Das Geben hat einen schlechten Ruf, schreibt er. Foto: Viktor Strasse, Getty ImagesWarum arbeiten so wenige Steuerberater sinnvoll?Was ist eigentlich die Aufgabe eines Steuerberaters? Schon klar, er soll uns lästige Bürokratie abnehmen. Dass er aber die Steuerlast seiner Mandantinnen und Mandanten minimieren muss, steht in seiner Berufsordnung nirgends geschrieben. Warum ist es so schwer, Steuerberater zu finden, die ihren Klienten beim Geben helfen? Die sich zum Beispiel mit Gemeinnützigkeit und Impact-Investing auskennen? Unser Kolumnist Felix Oldenburg sieht hier Bedarf – und erklärt, warum.Praktisch oder einfach nur nervig? Bargeld ist ein Streitthema. Foto: CanvaWarum eigentlich gibt es immer noch Bargeld?Für die einen ist es ein Symbol der Freiheit, für die anderen ein Relikt aus der Vergangenheit – Bargeld. Deutschland jedenfalls bezahlt sein Cash teuer, rund 20 Milliarden Euro werden jedes Jahr aufgewendet, damit Kassierer ihren Kundinnen und Kunden hierzulande weiterhin die Frage stellen können: „Bar oder mit Karte?“ Doch welchen Wert schafft Bargeld eigentlich? Nell Rubröder erklärt es Ihnen im Video der Woche anhand einer Studie. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. 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Außerdem: Mächtige Bürgermeister, knappes Wasser und zwei Schwaben, die eine Wette auf Deutschland abschließen. Das sind unsere Leseempfehlungen.






