PfadnavigationHomePolitikPressefreiheitDeutscher Journalist wegen Frage an Selenskyj in Russland zur Fahndung ausgeschriebenStand: 19:44 UhrLesedauer: 2 MinutenSchriftzug der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“Quelle: Boris Roessler/dpaEine Frage eines deutschen Journalisten an den ukrainischen Präsidenten Selenskyj löste in Russland Ärger aus. Sie sei missverständlich formuliert gewesen, hieß es später vom Verlag. Nun wird dem Journalisten von russischer Seite „Anstiftung zum Hass“ vorgeworfen.Ein deutscher Journalist ist in Russland zur Fahndung ausgeschrieben worden. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) teilte mit, dass ihr Balkan-Korrespondent namentlich in der Fahndungsdatenbank des russischen Innenministeriums eingetragen sei. Als Grund für die Suche werde ein Strafverfahren angegeben. Dem Journalisten werde nach russischen Angaben unter anderem „Anstiftung zum Hass“ vorgeworfen.Anlass für die Maßnahme der russischen Behörden ist eine Frage, die der „FAZ“-Journalist dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor knapp zwei Wochen bei dessen Besuch in der serbischen Hauptstadt Belgrad gestellt hatte. Die Frage sei missverständlich formuliert gewesen, erklärte die „FAZ“. „Wir haben dies klargestellt und die Formulierung bedauert“, heißt es weiter.Der Journalist hatte Selenskyj gefragt, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine dabei zu helfen, mehr russische Soldaten zu töten. Nach Angaben der „FAZ“ bezog sich die Frage auf aktuelle Debatten unter Verteidigungsexperten darüber, wie die russische Armee in personelle Schwierigkeiten gebracht werden könnte, um Russland zu Friedensverhandlungen zu bewegen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete diese angeblichen Aufrufe zur Tötung von Russen als unzulässig und kriminell.Lesen Sie auchDie Zeitung sah in der Fahndung einen „Einschüchterungsversuch gegenüber einem deutschen Journalisten und der freien Presse“. Die „FAZ“ weise diesen Versuch zurück, unabhängige Berichterstattung durch strafrechtliche Drohungen zu behindern. „Die Pressefreiheit ist nicht verhandelbar“, schließt die „FAZ“. „Sie gilt auch dann, wenn Fragen oder Berichte Kritik auslösen.“Am vergangenen Wochenende hatte das russische Außenministerium den Journalisten scharf kritisiert. Es bezeichnete ihn unter anderem als „braunen Propagandisten“ und warf ihm vor, Russen zu entmenschlichen und Hass gegen Russland zu legitimieren. Zudem bezeichnete das Ministerium die Äußerung des Journalisten als „revanchistisch“ und kritisierte, dass die Frage im Westen nicht verurteilt worden sei.dpa/lay
Deutscher Journalist wegen Frage an Selenskyj in Russland zur Fahndung ausgeschrieben - WELT
Eine Frage eines deutschen Journalisten an den ukrainischen Präsidenten Selenskyj löste in Russland Ärger aus. Sie sei missverständlich formuliert gewesen, hieß es später vom Verlag. Nun wird dem Journalisten von russischer Seite „Anstiftung zum Hass“ vorgeworfen.








