Die russischen Behörden haben den Balkan-Korrespondenten der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« (FAZ), Michael Martens, zur Fahndung ausgeschrieben. Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass findet sich in der Fahndungsdatenbank des russischen Innenministeriums ein Eintrag unter seinem Namen. Als Grund für die Fahndung werde ein Strafverfahren angegeben.
Bereits am vorigen Wochenende hatte Tass unter Berufung auf Justizquellen gemeldet, dass gegen Martens ein Strafverfahren nach Artikel 282 des russischen Strafgesetzbuchs eröffnet worden sei. Dieser sieht für die »Aufstachelung zu Hass oder Feindschaft« in Massenmedien bis zu sechs Jahre Haft vor.Die FAZ teilte mit, dass die Fahndung ein Einschüchterungsversuch gegenüber einem deutschen Journalisten und der freien Presse sei. Man weise diesen Versuch zurück, unabhängige Berichterstattung durch strafrechtliche Drohungen zu behindern.
Widersprüchliche Medienberichte aus Russland gab es darüber, ob auch ein internationaler Haftbefehl gegen Martens ausgestellt wurde. Tass meldete am Donnerstag, das sei noch nicht der Fall. Ein internationaler Haftbefehl werde jedoch geprüft.Martens hatte auf einer Pressekonferenz Anfang August in Belgrad den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gefragt, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine zu helfen, »mehr russische Soldaten zu töten«.









