Die Frage des FAZ-Korrespondenten Michael Martens, wie man der Ukraine helfen könne, „mehr russische Soldaten zu töten“, sorgt für Aufregung in Moskau. Nun hat sich auch der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew in die Causa eingeschaltet. Medwedew, der seit Beginn des Ukraine-Krieges mit scharfen Atomdrohungen und Nazi-Vergleichen auf sich aufmerksam machte, deutete an, der deutsche Journalist, der in Wien lebt, werde eines Tages Verantwortung tragen müssen.Bei einer Sitzung des Expertenrats der russischen Regierungspartei Einiges Russland nahm Medwedew direkt Bezug auf Martens. „Ich werde diesem Menschen nichts Böses wünschen, aber auch nichts Gutes“, sagte der heutige stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. „Irgendwann wird er seinen Teil der Verantwortung tragen.“ Was genau Medwedew mit dieser angedeuteten Verantwortung meinte, ließ er wohl bewusst offen.
Medwedew: Früher hätte man den Job verloren
Medwedew kritisierte insbesondere, dass Martens die Frage öffentlich gestellt habe. Es gebe, so der russische Politiker, bestimmte Tabus bei der öffentlichen Formulierung politischer Aussagen. Früher seien Journalisten für Fragen dieser Art sogar aus ihrem Beruf gedrängt worden.






