Der Sound von Berlin – das ist nicht bloß S-Bahn-Tuten, Philharmoniker und Berghain. Nein, in Berlin musiziert auch eine florierende Szene für Neue Musik. Neu im Sinne von wirklich neu. Leute, die etwa mit Akkordeon, Fagott und Elektronik crazy Klänge erschaffen. Hören kann man bei „Unerhörte Musik“, Deutschlands erster wöchentlicher Reihe für Neue Musik, solch aufregende Experimente jeden Dienstag im Kreuzberger BKA-Theater. Klingt nach verkopften Hochkultur-Snobs? Ganz und gar nicht. Sogar frisch gezapftes Bier darf man in den Saal mit reinnehmen, wo gibt’s das sonst schon in Berlin?Herr Rubbert, Herr Daske, als Sie 1989 „Unerhörte Musik“, Ihre Reihe gegründet haben – stand da eigentlich die Mauer noch?RAINER RUBBERT: Ja, gerade noch.MARTIN DASKA: Wir haben im Februar angefangen, und am 9. November fiel die Mauer. Wir hatten also gerade begonnen und, ich glaube, sogar schon eine Sommerpause hinter uns.
War die Reihe von Anfang an hier im BKA-Theater beheimatet?RUBBERT: Ja, immer hier und immer dienstags. Das Theater wurde im April 1988 gegründet, und wir starteten im Februar 1989 mit der Reihe. Ganz früher war hier eine Diskothek drin, die „Dachluke“.DASKE: Genau, das waren Räumlichkeiten einer Jugend-Disco aus den 60er-Jahren. Sogar Klaus Wowereit soll hier schon getanzt haben. Als wir anfingen, war das alles leer geräumt. Einfach weiß getünchte Fabriketagen. Ältere Taxifahrer nennen die Station hier unten am Mehringdamm übrigens immer noch „Dachluke“.








