Berlin kann vieles, aber selten klingt die Stadt so freundlich zu sich selbst. Normalerweise besteht der Soundtrack aus U-Bahn-Quietschen, Martinshorn, Baustellenbohrer und einem Saxofon, das irgendwo zwischen Hoffnung und Ordnungswidrigkeit probt. Am Sonntag, dem 21. Juni, wird daraus ein offizielles Kulturprogramm. Berlin feiert die Fête de la Musique – zum 32. Mal.Das Prinzip ist einfach: Wer Musik macht, spielt. Wer zuhören will, kommt vorbei. Kein Ticket, kein Bändchen, kein Einlassstempel. Rund 300 Standorte sind angekündigt, das offizielle Programm listete bei der Recherche 841 Veranstaltungen. Groß genug, um den Überblick zu verlieren. Dezentral genug, um zufällig hineinzustolpern.
Von 14 Uhr bis tief in die Nacht
Die Hauptzeit läuft von 14 bis 22 Uhr – draußen. Danach ist nicht Schluss, sondern Ortswechsel. Bei der „Fête de la Nuit“ geht es in Clubs, Bars, Kneipen und Kulturorten weiter. Das ist der Kompromiss, den Berlin an solchen Tagen braucht: erst die Straße, dann das Drinnen. Open Air endet um 22 Uhr, damit die Nacht nicht zum Streitfall wird.Die Fête ist kein Festival im klassischen Sinn. Kein eingezäuntes Gelände, kein Headliner-Kult, keine Pommes-Schlange länger als der Auftritt der Vorband. Stattdessen: Kieze, Plätze, Höfe, Kirchen, Cafés, Museen, Planetarien, Seniorenresidenzen. Ein Musikort kann an diesem Tag fast alles sein – solange jemand spielen will und Nachbarn zuhören.







