PfadnavigationHomePolitikDeutschlandLandtagswahl Sachsen-Anhalt„Finde ich nicht gut“ – Schulze distanziert sich von CDU-Parteifreund, der zu AfD-Wahl aufruftStand: 18:51 UhrLesedauer: 2 MinutenKurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erklärt ein CDU-Ortsbürgermeister seine finanzielle Unterstützung für die AfD. „Es war ein bewusster, nach reiflicher Überlegung gefasster Schritt aus tiefer Sorge um unser Land“, schreibt der Spender.Ministerpräsident Schulze bricht sein Schweigen zu dem CDU-Ortsbürgermeister, der auf einen Wahlsieg der AfD hofft und ihr 10.000 Euro spendete. Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt werde man sich mit der Frage nach einem Parteiausschluss beschäftigen.Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat den CDU-Ortsbürgermeister Bernd Prange scharf kritisiert, der zur Wahl der AfD aufgerufen und dieser nach eigenen Angaben 10.000 Euro gespendet hat. Prange selbst machte die Spende in Höhe von je zweimal 5000 Euro in einem Brandbrief an seinen CDU-Landesverband publik. Die Landes-AfD bestätigte den Eingang der Spenden.
„Finde ich nicht gut. Kann ich ganz klar sagen“, sagte Schulze dem „Playbook“-Podcast von „Politico“ dazu. Er könne aber nicht das Richtige vorschreiben. Man könne in einer Partei unterschiedlicher Meinung sein, so der Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 6. September. „Ich finde die Ansätze, die er hat, falsch. Definitiv“, so Schulze weiter. „Die Meinung dort teile ich in keinster Weise.“Lesen Sie auchSchulze äußerte sich distanziert bei der Frage nach einem möglichen Parteiausschlussverfahren gegen Prange. „Wir werden uns nach der Wahl mit dem Thema beschäftigen. Aber jetzt ist es Wahlkampf, jetzt haben wir andere Themen.“ Zuvor hatte der sachsen-anhaltische CDU-Generalsekretär Mario Karschunke mit einem Ausschlussverfahren gedroht. „Wir nehmen die Berichterstattung um eine mögliche Spende eines CDU-Mitglieds aus dem CDU-Kreisverband Stendal sehr ernst“, sagte Karschunke dem „Focus“. Prange selbst wiederum sagte: „Ich will, dass sie mich rausschmeißen.“„Kein unbedeutender lokaler Zwischenfall“Die SPD-Bundestagsfraktion forderte Konsequenzen: „Wenn ein CDU-Amtsträger 10.000 Euro an die AfD spendet und die Aufgabe der Brandmauer fordert, dann ist das kein unbedeutender lokaler Zwischenfall“, sagte Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese der „Rheinischen Post“. „Es braucht jetzt Klarheit, dass es in der CDU keinen Platz für jedwede Unterstützung der AfD gibt.“ Wer wie Prange die AfD finanziell so massiv unterstütze und ihr die absolute Mehrheit bei der Landtagswahl wünsche, „verlässt die demokratische Mitte und arbeitet weiter an der Normalisierung einer verfassungsfeindlichen Partei“.Lesen Sie auchPrange hatte in einem offenen Brief, der WELT vorliegt, erklärt: Er wünsche sich ein so starkes Ergebnis der AfD, dass diese allein regieren könne. Dadurch solle die CDU „endlich aufwachen“, die „Brandmauer“ zur AfD aufgeben und sich gegen ihren aus seiner Sicht eingeschlagenen „Linkskurs“ wenden. Zugleich verlangte der 59-Jährige die Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der für eine Führung stehe, „die den konservativen Kern der Union preisgibt“. Der Fuhrunternehmer Prange sitzt für die CDU im Stendaler Kreistag und ist Ortsbürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe in der Verbandsgemeinde Seehausen. mit dpa















