Berlin (dpa) - Nach der Spende eines CDU-Kommunalpolitikers aus Sachsen-Anhalt an die AfD und einer Wahlempfehlung für die Partei fordert SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese Konsequenzen von der CDU. „Wenn ein CDU-Amtsträger 10.000 Euro an die AfD spendet und die Aufgabe der Brandmauer fordert, dann ist das kein unbedeutender lokaler Zwischenfall“, sagte Wiese der „Rheinischen Post“.Er erwarte von den Christdemokraten eine schnelle und eindeutige Reaktion. „Es braucht jetzt Klarheit, dass es in der CDU keinen Platz für jedwede Unterstützung der AfD gibt. Die SPD war und ist hier immer unmissverständlich“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag.Wer wie der CDU-Bürgermeister Bernd Prange die AfD finanziell so massiv unterstütze und ihr die absolute Mehrheit bei der Landtagswahl wünsche, „verlässt die demokratische Mitte und arbeitet weiter an der Normalisierung einer verfassungsfeindlichen Partei“, sagte Wiese.Prange, der für die CDU im Stendaler Kreistag sitzt und Ortsbürgermeister in der Verbandsgemeinde Seehausen in der Altmark ist, soll der AfD 10.000 Euro gespendet und zugleich eine Wahlempfehlung für die Partei ausgesprochen haben. Die AfD bestätigte auf Anfrage den Eingang der Spende. Zuerst hatte die Magdeburger „Volksstimme“ berichtet. Der Spender war für Nachfragen zunächst nicht zu erreichen.In einem Brief an die Landes-CDU, aus dem die Zeitung zitiert, begründet Prange seine Spende mit „tiefer Sorge um unser Land“. Er kündigt an, bei der Landtagswahl am 6. September die AfD zu wählen und hofft bei Konservativen auf Nachahmung, „damit die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erringt und die CDU zur Erkenntnis gelangt, dass sie ihren Kurs ändern muss“.© dpa-infocom, dpa:260820-930-558148/1