Die Nachricht platzte mitten in den Wahlkampf für das Abgeordnetenhaus herein: Felor Badenberg, CDU-Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz, soll ihre Doktorarbeit zum großen Teil aus anderen Quellen abgeschrieben haben.Wie die Berliner Zeitung am Mittwochabend berichtete, hat der österreichische „Plagiatsjäger“ Stefan Weber Badenbergs Dissertation auf mögliche Plagiatsstellen untersucht. In dem Gutachten, das der Berliner Zeitung vorliegt, stellte er 83 schwerwiegende Plagiatsfragmente fest.Die politischen Reaktionen sind zum Teil heftig. „Sowohl die fachliche Kompetenz als auch die persönliche Integrität der Senatorin sind damit erheblich infrage gestellt“, erklärte der rechtspolitische Sprecher der AfD-Hauptstadtfraktion, Marc Vallendar, am Donnerstag.

Doktorarbeit

Plagiatsverdacht: Berlins Justizsenatorin Badenberg soll bei Doktorarbeit abgeschrieben haben

Felor Badenberg hatte ihre Dissertation 2005 an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln eingereicht, die 2006 im Peter-Lang-Verlag publiziert wurde. Der Titel: „Das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung unter Berücksichtigung der Problematik der anonymen Geburt“.Weber wirft Badenberg „genuine Textplagiate“ vor, weil Quellenangaben nicht kenntlich gemacht wurden: „Es finden sich in der Dissertation mannigfaltige Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis. Die 83 Plagiatsfragmente sind als schwerwiegend und werkprägend zu klassifizieren. Sie dominieren die Doktorarbeit von Felor Badenberg in qualitativer und quantitativer Weise.“