Zahlreiche Politiker haben in ihren Doktorarbeiten unsauber gearbeitet. Nun treffen Plagiatsvorwürfe auch Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU). Der bekannte österreichische „Plagiatsjäger“ Stefan Weber hat die Dissertation der Politikerin auf fehlerhafte Zitate untersucht. In seinem Gutachten, das der Berliner Zeitung vorliegt, dokumentiert er „83 schwerwiegende Plagiatsfragmente“.Felor Badenberg hatte ihre Dissertation im Jahr 2005 an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln publiziert. Stefan Weber kommt in seiner Untersuchung zu dem Schluss: „Die Dissertation enthält eine Vielzahl von schwerwiegenden Plagiatsfragmenten, die eine weitere Detailprüfung der Arbeit als sinnvoll erscheinen lassen.“ Anschließend dokumentiert er verschiedene Textplagiate.
Aus dem Dokument des Plagiatjägers.
© BLZ
„Es ist eine Ursehnsucht des Menschen, die Wahrheit über die eigene Herkunft und natürliche Abstammung zu erfahren“, steht laut Gutachten in der Einleitung zu Badenbergs Dissertation. So steht es aber auch auf Seite 228 des Werkes „(Verfassungs)Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung“ von Dr. Andrea Schmidt-Didczuhn aus dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz aus dem Jahr 1989.In dem 43 Seiten langen Gutachten folgen 82 weitere Passagen von Zitaten, die angeblich nicht aus Badenbergs Feder stammen. So wirft der „Plagiatsjäger“ Badenberg vor, „Textbetrug“ begangen zu haben. Laut seinem Vorwurf „montiert“ sie Absätze zweier fremder Dissertationen aneinander. Sogar die Danksagung an die Familienangehörigen gleicht dem Wortlaut einer dieser Vorlagen.










