Dieser Wahlherbst könnte in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern politisch heiß werden und einen Ausgang nehmen, der sich derzeit kaum abzeichnen lässt. Wer in beiden ostdeutschen Flächenländern nach dem 6. und 20. September das politische Zepter übernimmt, ist selbst für Demoskopen Kaffeesatzleserei. Dabei geben die nackten Zahlen eigentlich eine eindeutige Richtung an. Die AfD liegt deutlich vorne, in Sachsen-Anhalt mit 43 Prozent sogar in Reichweite der absoluten Mehrheit.
Doch so einfach ist Politik nicht. Der Weg in die Staatskanzlei von Magdeburg und Schwerin wird im Jahr 2026 wohl ein sehr steiniger sein. Der Schwierigkeitsgrad richtet sich in dem Fall danach, wie viele Parteien es tatsächlich in die Landtage schaffen. In Mecklenburg-Vorpommern wie in Sachsen-Anhalt stehen zwei Parteien an der Schwelle – die Grünen und das BSW. Das klingt nach einer statistischen Fußnote, ist aber politisch entscheidend. Grüne und BSW sind in gewisser Weise das Zünglein an der Waage und entscheiden vielleicht mit über die Farbe der nächsten Landesregierung, sofern sie die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Aber das steht noch in den Sternen.
Die CDU steckt in einem Dilemma
Kaum mehr eine Option ist in Sachsen-Anhalt die Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP. Dagegen wäre eine CDU-geführte Regierung mit SPD und Linken rechnerisch möglich. Nur die Christdemokraten wollen halt nicht mit den Linken.











