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Landtagswahl: AfD-Kandidat Siegmund verärgert Wirtschaft in Sachsen-Anhalt Die AfD will in Sachsen-Anhalt regieren, doch bei zentralen Wirtschaftsfragen bleibt sie konkrete Antworten schuldig. Zu einem Unternehmerforum erschien ihr Spitzenkandidat erst gar nicht.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund: Absage bei Unternehmerforum verärgert Wirtschaftsvertreter in Sachsen-Anhalt. Foto: Peter Gercke/dpaBerlin. Die Absage von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bei einem Unternehmerforum zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat für Verärgerung bei der Wirtschaft gesorgt. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau, Thomas Brockmeier, machte seinem Unmut gleich zu Beginn der Veranstaltung Luft. Denn nicht nur Siegmund fehlte. Auch sein zunächst angekündigter Ersatz erschien nicht.Siegmund habe der IHK bereits „vor geraumer Zeit“ aus persönlichen Gründen abgesagt, sagte Brockmeier. Für ihn sollte zunächst der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider einspringen. Doch der sagte nach Angaben der IHK am Tag der Veranstaltung, dem gestrigen Dienstagabend, kurzfristig ab. Das sei „zu unserer Enttäuschung“ geschehen, sagte Brockmeier. „Und ich füge persönlich hinzu: auch zu einem gewissen Ärger, jedenfalls bei mir. Das will ich nicht verhehlen.“Die AfD begründete das Fernbleiben damit, dass Siegmund wegen einer Überschneidung mit länger geplanten anderen Terminen nicht habe teilnehmen können, sagte Fraktionsgeschäftsführer Patrick Harr der Deutschen Presse-Agentur. Das Gleiche gelte für Tillschneider.Schließlich vertrat der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Jan Scharfenort, seine Partei. Brockmeier würdigte ausdrücklich, dass er kurzfristig eingesprungen sei. Die AfD habe damit „aus der Not eine Tugend gemacht“ und bei einer Wirtschaftsveranstaltung „gewissermaßen die geballte wirtschaftspolitische Kompetenz hierher entsendet“. Alle anderen eingeladenen Parteien waren mit ihren Spitzenkandidaten beim IHK-Forum vertreten, darunter der CDU-Ministerpräsident Sven Schulze und der SPD-Politiker Armin Willingmann.Gastkommentar Warum eine AfD-Regierung Sachsen-Anhalt wirtschaftlich schwächt Das Fernbleiben Siegmunds wog aus Sicht der IHK besonders schwer. Zehn der 22 vorab eingereichten Fragen richteten sich an den AfD-Spitzenkandidaten, neun an CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Sven Schulze. Nach Angaben der IHK war es bereits das dritte Mal, dass Siegmund bei einer Wahlveranstaltung der Wirtschaft einen Vertreter schickte. „Natürlich hat die Wirtschaft viele Fragen, und es ist sehr bedauerlich, wenn ein Austausch nicht zustande kommt“, sagte Brockmeier der „Bild“-Zeitung.Siegmunds AfD liegt gut drei Wochen vor der Landtagswahl am 6. September in Umfragen mit 41 bis 43 Prozent und großem Abstand vorn. Mangels koalitionswilliger Partner hofft die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei, eine absolute Mehrheit der Sitze zu erringen und dann allein regieren zu können.