Das Ticket ist Zeichensprache: Jeder Besucher trägt einen kleinen, runden, orange leuchtenden Klebesticker mit Piktogramm: ein bauchiges W, das einen See andeutet, obenauf ein Zeichen für ein historisches Haus, links und rechts davon ein Nadelbaum: Das Haus am Waldsee in Zehlendorf, ganz weit draußen von den Berliner Zentren. Ein Katzensprung vom U-Bahnhof Krumme Lanke.

Das Kunsthaus feiert sein 80-jähriges Bestehen, wie anders, als mit einer Ausstellung: „Wo ich wohne“ erzählt mit jedem Zentimeter Geschichte, entlang der Chronik mit historischen Fotos, Keramiken, Skulpturen, Bildern, alles mit der zeitlichen Verbindung zum Ort. In der einstigen Küche hängen Zeichnungen der Berliner Dadaistin Hannah Höch, wie schon einmal, 1946. In einem Türrahmen-Regal stehen witzige kleine Tierbronzen der Bildhauerin Renée Sintenis (Schöpferin der Berlinale-Bären). Das erinnert an ihre Solo-Schau 1958.

Skulpturengruppe von Renée Sintenis im Türrahmen-Regal

© VG Bild-Kunst, Bonn 2026/ Haus am Waldsee/Sammlung Knauf/F. Sperling

Am Waldsee wurde in den „Goldenen Zwanzigern“ exklusiv gewohnt. Villa reihte sich an Villa, vorn mit großzügigen Nutzgärten (Obstbäume, Gemüsebeete), hinten der See, für den dereinst das dort befindliche Moor umgewandelt wurde. Die Sehnsucht des Großbürgertums nach der Natur machte den Südwesten attraktiv. Heute wirken Haus und Garten mit Café, als gäbe es diese Idylle schon eine Ewigkeit.