Mit einer großen Gruppenausstellung feiert die Galerie Nordenhake ihren 50. Geburtstag. In Berlin zieht sie bald schon von Kreuzberg nach Charlottenburg.
Ein letztes Mal bespielt die Galerie auch das Treppenhaus (Arbeiten von Michał Budny, Ulrich Rückriem und Spencer Finch)
Gerhard Kassner
Ist das nun ein gutes Bild für die Galerie Nordenhake, die gerade unter anderem in Berlin ihr 50-jähriges Bestehen feiert, oder eher nicht? In der Ecke, gleich da, wo man die Ausstellungsräume betritt, steht eine Akustikgitarre. Oder besser gesagt, das, was noch von dieser übrig ist: zerbrochenes Tonholz, zerfledderte Saiten, löchriges Griffbrett und all das wieder notdürftig zusammengeklebt. Was mit dem Instrument geschehen ist, verrät eine Videoarbeit schräg gegenüber vor dem Fenster. Darin zu sehen: die Künstlerin Sofia Hultén, wie sie mit der Gitarre auf Wand und Boden eines leeren weißen Raums eindrischt, sie zusammenbastelt und wieder von vorn beginnt, siebenmal insgesamt.
„Fuck it up and start again“, der Titel der Arbeit erklärt sich von selbst, das Prinzip Trial-and-Error, das kreative Potenzial, das mitunter Zerstörung mit sich bringt. Auch beim Gründen und Etablieren einer Galerie ist dieses anzuwenden, wurde zweifellos auch angewendet bei Nordenhake. Nur so zusammengeflickt wie die Gitarre von Holtén erscheint heute dort nichts mehr.






