Wir Berliner sind kritisch, wenn es um Großprojekte geht. Ein kulinarisches Kaufhaus? Zugegeben: in einer spektakulären Location. Untergebracht in den Kant-Garagen, der ikonischen Hochgarage aus dem Jahr 1930, erbaut im Stil der Neuen Sachlichkeit. Damals war sie das erste Parkhaus Europas mit Doppelhelix.

Doch jetzt wollen hier wieder tausende Quadratmeter belebt werden – von morgens bis Mitternacht. Allerdings nicht mehr mit Autos, sondern mit Gastronomie. Dafür wurde der Ort in „kulinarisches Kaufhaus Dufte“ umbenannt, bestehend aus vier Restaurants, zwei Bars, einem Café, einer Galerie, einem Biergarten und einem multifunktionalen Eventspace.

Echtes, Gutes und Sympathisches

Wirklich noch ein weiterer Food Court oder eine Food Hall, wie man es heute nennt? Wobei die Macher hinter dem Dufte diese Begriffe lieber vermeiden. Vermutlich haben sie die zähen Versuche der vergangenen Jahre gut vor Augen: den Manifesto Market, das Curb am Potsdamer Platz oder zuletzt die Neuköllner Kalle Halle, die bereits Insolvenz anmelden musste.

Milde ausgedrückt: Ich war skeptisch. Gleichzeitig aber auch neugierig, als ich mich auf den Weg in die Kantstraße machte. Die Eröffnungsparty hatte ich verpasst. Mein Plan war ohnehin ein anderer: Vom ersten Kaffee bis zum Dessert wollte ich den neuen Ort einmal komplett durchessen.