Dürfen freitags nur schwarze Menschen ins Freibad? Nach Kritik sagt die Berliner Volksbühne ihre Volksbad-Aktion abDie Bad vor der Volksbühne sollte die erste spektakuläre Aktion des neuen Intendanten Matthias Lilienthal werden. Doch das Projekt wurde zum Fiasko.14.08.2026, 10.21 Uhr3 Leseminuten«Learning nach Woche 1: Es ist nicht so leicht, ein Freibad zu betreiben!», teilte die Berliner Volksbühne zu ihrer Volksbad-Aktion mit.Hans Scherhaufer / ImagoEigentlich sollte das Volksbad eine Sensation werden. Matthias Lilienthal, der neue Intendant der Berliner Volksbühne, verkaufte das Bad vor seinem Theater als eine künstlerische Aktion in der Tradition des 2010 verstorbenen Regisseurs Christoph Schlingensief. Dieser hatte seinerzeit Shakespeares Hamlet erst am Schauspielhaus Zürich und später an der Berliner Volksbühne mit reuigen Neonazis inszeniert, zum blanken Entsetzen vieler Zuschauer und Journalisten.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.So nonkonformistisch wurde Lilienthals Volksbad-Aktion dann aber nicht. Ganz im Gegenteil: Er nahm eher Rücksicht auf die Bedürfnisse seines linksakademischen Milieus. Weil es in der Migrantengewalt an Berliner Freibädern kein Problem sieht, in den deswegen eingeführten Ausweiskontrollen aber schon, verkündete er zur Einweihung vor einer Woche, im Volksbad werde es keine Kontrollen geben. Jeder könne nach Buchung eines Zeitslots kommen. An diesem Freitag, dem 14. August, allerdings nur Schwarze.Ja, richtig verstanden: Von 12 bis 18 Uhr sollte ursprünglich nur Besuchern mit schwarzer Hautfarbe nach Anmeldung der Zutritt gewährt werden. Ob am Eintritt dann auch die Hautfarbe überprüft werden sollte, ist nicht überliefert. Denn die Aktion, die noch am Donnerstagnachmittag als geschlossene Veranstaltung des antirassistischen und mit Steuermitteln geförderten Kinder- und Jugendvereins «Each one teach one» angekündigt worden war, wurde bereits am Donnerstagabend wieder abgesagt.Die Absage erfolgte nicht etwa wegen der defekten Duschen, die den Badebetrieb nach Angaben der Betreiber seit Dienstag blockiert hatten. Laut der Volksbühne habe die Veranstaltung nicht stattfinden können, weil sie «zum Ziel rechter und rassistischer Hetze» geworden sei: So seien beim Verein «Each one teach one» Mails mit Drohungen eingegangen. Die Sicherheit der angemeldeten Badegäste habe man nicht garantieren können. Lilienthal sagte, er halte aber am Ziel fest, «weiterhin positive Massnahmen für strukturell benachteiligte Menschen» anzubieten.Theater als «Labor zum Ausprobieren urbanen Lebensraums»Die Aufregung über den getrennten Schwimmbetrieb war tatsächlich gross. Das Theater bestreitet schliesslich seinen Unterhalt grösstenteils aus Steuermitteln: 300 000 Euro soll allein das Schwimmbad die Steuerzahler gekostet haben. Sollte nicht ein Ort, den die Bürger finanzieren, auch der gesamten Öffentlichkeit zugänglich sein?Stefan Evers, der Spitzenkandidat der CDU für die anstehende Wahl zum Berliner Landesparlament am 20. September, kritisierte deshalb die Aktion der Volksbühne. «Ich persönlich halte nichts davon, Menschen nach Hautfarben einzuteilen», sagte er der «Bild»-Zeitung. In eine ähnliche Kerbe schlug der AfD-Abgeordnete Frank-Christian Hansel. Er fragte den schwarz-roten Berliner Senat, der die Aktion fördert, ob nach dessen Auffassung Hautfarbe ein Kriterium für den Zugang zu öffentlichen Orten sein dürfe. Eine Antwort auf seine Anfrage steht noch aus.Alexander Kraus, der Vorsitzende des Berliner Bundes der Steuerzahler, ging sogar noch einen Schritt weiter. Er sagte, es sei unvertretbar, dass Steuergelder, die für ein Theater bestimmt gewesen seien, für ein Schwimmbecken mit «einer Art Rassentrennung» zweckentfremdet würden. Die Volksbühne nannte er ein «mit öffentlichen Mitteln hochsubventioniertes Theater».Der Volksbühne-Intendant Matthias Lilienthal dürfte mit derart harschen Vorwürfen wohl nicht gerechnet haben. Er ist in Berlin geboren und war zuletzt Intendant der Münchner Kammerspiele. Theater sei für ihn ein «Labor zum Ausprobieren urbanen Lebensraums», sagte er einmal. Nach einer Woche Volksbad-Betrieb teilte allerdings das Theater folgendes «Learning» mit: «Es ist nicht so leicht, ein Freibad zu betreiben!». Das ist es in der Tat nicht.Passend zum Artikel
Nach Kritik am Badetag nur für Schwarze: Berliner Volksbühne sagt Aktion ab
Die Bad vor der Volksbühne sollte die erste spektakuläre Aktion des neuen Intendanten Matthias Lilienthal werden. Doch das Projekt wurde zum Fiasko.










