Im Jahr 1982 will sich der Kellner Paul Gompitz den Wunsch erfüllen, nach Sizilien zu reisen. Er ist von Johann Gottfried Seumes Buch „Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802“ fasziniert. Paul lebt allerdings in der DDR. Er probiert einiges, um offiziell aus- und wieder einreisen zu dürfen. Eine Erlaubnis bekommt er nicht. Der Mann schafft es dennoch. Friedrich Christian Delius (1943–2022) erzählt davon in seinem Buch „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“, nach einem realen Vorbild. Und nun kann man das auch sehen, verfilmt von Lars Jessen als „Spaziergang nach Syrakus“, mit Charly Hübner in der Hauptrolle und Lina Beckmann als Frau des Italiensüchtigen. Die ernste und bewegende Geschichte hat als Film viele zarte und auch komische Momente. Und er bietet eine Menge Anlässe zum Gespräch.

„Bis heute ist mir nicht ganz klar, ob mich Italien lockte oder ob mich die DDR von sich stieß“, sagen Sie, Charly Hübner, als Paul Gompitz einmal. Wie verstehen Sie seinen Satz?Italien hat ihn gelockt, er spürte ein großes Fernweh. Dass es Syrakus sein musste, war ein Spleen, den er durch das Buch von Seume in sich trug. Das war für die ganze Zeit sein Motor. Doch die Hürden wuchsen. Irgendwann schien ihm, dass die Behörden so einen wie ihn eigentlich loswerden wollten. Das war eher ein indirekter Gedanke.