Die SED-Opferbeauftragte fordert mehr DDR-Geschichtsvermittlung in den Schulen. Das ist richtig, Vorurteile und Klischees gibt es schon genug.
Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in Berlin
Jürgen Ritter/imago
D ie DDR war ein demokratisches Land. Nee, die war doch so schlimm wie Nazideutschland. Und die Stasi? War die nicht so was Ähnliches wie die Gestapo? In etwa solche Antworten bekommt man, spricht man heute mit jungen Menschen über die DDR. Egal, ob in Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz oder im brandenburgischen Pritzwalk. Wobei der Blick der Jüngeren im Osten in den vergangenen Jahren verstärkt geprägt ist durch die Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern, von denen manche nach und nach gefährlich ostalgisch werden. Kurz und gut: Das Wissen jüngerer Menschen über einen der wichtigsten Teile jüngster deutscher Geschichte ist mangelhaft bis gar nicht vorhanden.
Der SED-Opferbeauftragten Evelyn Zupke ist deshalb für ihre Idee zu danken, Schüler:innen für mindestens einen Besuch in eine DDR-Gedenkstätte zu schicken. Mittlerweile gibt es genug Orte, die die DDR bildhaft und differenziert beschreiben – von Poliklinken und Kita-Plätzen für alle über Meinungs- und Reisebeschränkungen für die allermeisten bis hin zu Stasi-Gefängnissen für jene, die am heftigsten aufmuckten.











