Damit das Unrecht der DDR nicht in Vergessenheit gerät, fordert die SED-Opferbeauftragte des Bundestags, Evelyn Zupke, eine feste Verankerung im Schulunterricht. »DDR-Geschichte wird oft nicht verbindlich genug in der Schule behandelt. Das ist ein Problem«, sagte sie der »Rheinischen Post« einen Tag vor dem 65. Jahrestag des Mauerbaus. »Ich würde mir wünschen, dass jede Schülerin und jeder Schüler wenigstens einmal eine Gedenkstätte zur zweiten deutschen Diktatur besucht.«Trotz des föderalen Bildungssystems müssten Wege gefunden werden, das Thema sowohl im Osten als auch im Westen besser abzusichern. Die Schüler müssten in Bezug auf die DDR das Verständnis entwickeln, »dass es sich um eine Diktatur und einen Unrechtsstaat gehandelt hat«, mahnte Zupke.Sie sei besorgt, die SED-Diktatur könne zu »einer bloßen Fußnote der Geschichte« werden, »gerade in einer Zeit, in der die Generation der Zeitzeugen immer kleiner wird«. Wie Zupke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mitteilte, beziehen noch rund 37.000 Menschen die sogenannte Opferrente. Anspruch auf die monatliche Leistung haben jene, die in der DDR mehr als 90 Tage lang aus politischen Gründen inhaftiert waren.

Erinnerung durch StraßennamenMit Blick auf den 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer mahnte Zupke: »Das Unrecht an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze zeigt uns überdeutlich, dass die DDR eine Diktatur war. Wer die DDR heute verklärt, handelt nicht nur geschichtsvergessen. Es ist zugleich auch ein Schlag ins Gesicht Tausender Opfer politischer Gewalt in der DDR.«Zupke verwies zugleich auf das Ausmaß politischer Verfolgung: Zwischen 1945 und 1989 habe es etwa 250.000 politische Häftlinge in den Haftanstalten und Jugendwerkhöfen gegeben, zudem weitere Opfergruppen wie Zwangsausgesiedelte und Menschen, die »von den staatlichen Institutionen systematisch psychisch zersetzt wurden«.