Startseite
Politik
Deutschland
Studienfinanzierung 2026: Wer erhält BAföG und wie hoch ist der Anspruch? Ob ein Student BAföG erhält, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Außerdem gibt es Hürden beim Antrag. Die wichtigsten Informationen.
Höchstsatz-Empfänger können bis zu 992 Euro BAföG pro Monat erhalten. Foto: Monika Skolimowska/dpa-ZentralbiSteigende Mieten, hohe Lebenshaltungskosten und kein Lohn: Ein Studium kann finanziell belasten. Nicht alle Studenten können die dabei anfallenden Kosten aus eigener Tasche bezahlen. Damit sich dennoch möglichst viele Menschen ein Studium leisten können, gibt es das sogenannte Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz BAföG. Über das BAföG erhalten anspruchsberechtigte Studenten monatlich Geld.Wie hoch der Betrag ist, wer einen Anspruch auf die Unterstützung hat und welche Hürden es beim Antrag gibt, im Überblick.Was ist das BAföG?Das BAföG – das Bundesausbildungsförderungsgesetz – ist eine finanzielle Unterstützung des Staates für Menschen in der Ausbildung. Die eine Hälfte der BAföG-Förderung ist ein Zuschuss und die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen, informiert die Bundesagentur für Arbeit. Der Begriff BAföG bezeichnet sowohl das Gesetz als auch die finanzielle Unterstützung selbst.BAföG-Rechner: Berechnen Sie online Ihren BAföG-AnspruchMit dem BAföG-Rechner können Sie Ihren voraussichtlichen BAföG-Anspruch schnell online berechnen. Füllen Sie dazu die entsprechenden Felder aus.Sobald Sie alle Daten eingegeben haben, können Sie durch Betätigen des Buttons die Berechnung des BAföG-Anspruchs starten. Dafür werden im Hintergrund Ihr Bedarf ermittelt, Ihr anrechenbares Einkommen und Vermögen und gegebenenfalls das anrechenbare Einkommen Ihrer Eltern oder Ihres Ehepartners berechnet.Nach Berücksichtigung der Freibeträge werden das Einkommen und Vermögen vom Bedarf abgezogen. Als Ergebnis erhalten Sie einen monatlichen Betrag, auf den Sie voraussichtlich Anspruch haben.Dabei dient der BAföG-Rechner nur der ersten Orientierung. Die Berechnung erfolgt vereinfacht und ersetzt keine verbindliche Auskunft. Maßgeblich ist die Entscheidung des zuständigen BAföG-Amts anhand der vollständigen Unterlagen.Für wen ist BAföG grundsätzlich gedacht?Nicht nur Studenten können BAföG erhalten. Auch Schüler und Auszubildende an allgemeinbildenden und Berufsschulen können einen BAföG-Anspruch haben. Dafür müssen sie mindestens in der zehnten Klasse sein. So sieht es § 2 im Abschnitt 1 des BAföG vor. Ob ein einzelner Schüler, Auszubildender oder Student tatsächlich BAföG erhält, hängt von verschiedenen Faktoren ab.Zentral ist dabei die Frage nach einer eigenständigen Finanzierung. Im Grundsatz-Paragrafen des BAföG ist geregelt, dass die Unterstützung nur gezahlt wird, wenn „dem Auszubildenden die für seinen Lebensunterhalt und seine Ausbildung erforderlichen Mittel anderweitig nicht zur Verfügung stehen“.Vermögensaufbau So gelingt Ihnen das perfekte Kinderdepot Beim Vermögensaufbau für ihre Kinder wollen Eltern nichts falsch machen. Wir erklären, wie das Projekt gelingt – in sieben einfachen Schritten. von Niklas HoyerWie hoch sind die BAföG-Sätze 2026?Der Bedarfssatz für Studenten, die bei ihren Eltern wohnen, liegt 2026 bei 534 Euro im Monat. Hinzu können ein Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag von bis zu 137 Euro kommen. Ob ein Student diese Zuschläge erhält, hängt von seiner jeweiligen Versicherungssituation ab.Der Bedarfssatz für Studenten, die nicht bei ihren Eltern wohnen, beträgt 855 Euro im Monat. Sie erhalten zusätzlich die sogenannte Wohnkostenpauschale. Ergänzt um den Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag ergibt das einen Höchstsatz von 992 Euro monatlich, so informiert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).Allerdings gibt es Beträge, die von den Bedarfssätzen abgezogen werden können. Das betrifft das Einkommen und Vermögen der Studenten sowie das Einkommen ihrer Ehepartner und der Eltern. Überschreitet einer dieser Beträge die im Gesetz festgelegten Grenzen, verringert sich dadurch der individuelle BAföG-Satz. Das Vermögen von Ehepartnern und Eltern spielt hingegen keine Rolle.BAföG: Wie viel darf ich anrechnungsfrei verdienen?Nach Angaben des BMFTR bleiben Verdienste bis zur Höhe der Minijob-Grenze anrechnungsfrei für das BAföG. Seit Januar 2026 beträgt diese Grenze 603 Euro im Monat. Jeder Euro oberhalb dieser Grenze schmälert die Höhe des BAföG-Satzes. Stipendien sind laut BMFTR zudem bis zu einer Höhe von 300 Euro im Monat anrechnungsfrei.BAföG beantragen: Wie hoch darf mein Vermögen sein?Das eigene Vermögen darf für Studenten unter 30 Jahren maximal 15.000 Euro betragen. Ansonsten verringert es ebenfalls die Höhe der BAföG-Zahlung. Ab dem 30. Lebensjahr darf ein Student ein Vermögen von bis zu 45.000 Euro besitzen. Die Beträge erhöhen sich jeweils um 2300 Euro für einen Ehepartner und jedes Kind. So regelt es § 28 Absatz 5 des BAföG.Dabei ist wichtig, dass das Vermögen nach § 27 des BAföG nicht nur das Geld des Studenten umfasst. Auch alle „beweglichen und unbeweglichen Sachen“ sowie „Forderungen und sonstige Rechte“ gelten als Teil des Vermögens.Studienfinanzierung Wie steht es wirklich um die staatliche Förderung von Studierenden? Ökonom Stefan Kooths fordert, dass Hochschulressourcen von denen bezahlt werden, die später vom Abschluss profitieren. Wäre das sinnvoll? Ein Überblick in Grafiken. von Anabel SchröterWie hoch darf das Einkommen der Eltern für den Bezug von BAföG sein?Das ist deutlich komplizierter und nicht mit klaren Grenzen geregelt. Das liegt daran, dass auf das Einkommen der Eltern verschiedene Freibeträge angerechnet werden können. Grundsätzlich gilt aber: Das Einkommen von verheirateten Eltern bleibt für das BAföG eines Studenten anrechnungsfrei, wenn es maximal 2540 Euro im Monat beträgt. Für alleinstehende Elternteile beträgt die Grenze 1690 Euro monatlich. Bei diesen Summen handelt es sich um Grundfreibeträge, informiert das BMFTR.Ist das monatliche Einkommen oberhalb dieser Grenze, kann es anteilig auf die Höhe des BAföG angerechnet werden. Das hängt davon ab, ob die Eltern zu den Grundfreibeträgen auch noch relative Freibeträge erhalten. Ein Beispiel für einen relativen Freibetrag: Nach Angaben des BMFTR spielt die Anzahl, das Alter und der Verdienst von Geschwisterkindern eines Studenten eine große Rolle dafür, wie viel vom Einkommen der Eltern auf seinen BAföG-Satz angerechnet wird.Relative Freibeträge ermöglichen es den Eltern eines Studenten also, mehr als 2540 Euro (beziehungsweise 1690 Euro bei alleinstehenden Elternteilen) monatlich zu verdienen, ohne dass dadurch der BAföG-Satz des Studenten geschmälert wird. Wie hoch das Einkommen der Eltern sein darf, ist somit vom Einzelfall abhängig.Spielt meine Nationalität eine Rolle dafür, ob ich BAföG erhalte?Auch Ausländer können einen Anspruch auf BAföG haben. Dafür ist nach § 8 des BAföG wichtig, ob sie eine Bleibeperspektive in Deutschland haben. Dasselbe gilt nach Angaben des BMFTR unter bestimmten Voraussetzungen auch für Geflüchtete.BAföG beantragen: Wie funktioniert der BAföG-Antrag?Studenten können BAföG sowohl digital als auch analog beantragen. Kern des Antrags sind die sogenannten Formblätter. Diese gibt es online auf der Webseite der jeweiligen Studierendenwerke. Die Studenten und ihre Eltern müssen die Formblätter ausfüllen und teilweise auch um Nachweise ergänzen.Diese Nachweise betreffen verschiedene Themen. Dazu gehören insbesondere Einkommens- und Vermögensnachweise des Studenten und der Einkommensnachweis der Eltern. Zudem müssen Antragsteller über etwaige Geschwister, Kinder oder Auslandsförderungen informieren.Eine strenge Frist für den Antrag gibt es dabei nicht. Da das BAföG jedoch frühestens ab dem Monat ausgezahlt wird, in dem der Antrag eingegangen ist, sollten Studenten ihren Antrag so früh wie möglich einreichen. Eine rückwirkende Auszahlung des BAföG gibt es nicht.BAföG-Antrag online stellen: Worauf sollten BAföG-Antragsteller achten?Am besten sei es, den Antrag digital über das bundesweite kostenlose BAföG-Antragsportal zu stellen. Das teilt Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, mit. Auf dem Antragsportal würden anders als auf Papier keine Antragskästchen ausgefüllt, sondern Fragen gestellt. Für diese Fragen gebe es dort zudem Hilfestellungen.Wichtig sei außerdem, den Antrag vollständig einzureichen. Denn: „Lücken oder fehlende Nachweise führen zu zeitaufwendigen Nachfragen und verzögern die Antragsbearbeitung“, betont Anbuhl.Arbeitsmarkt 2026 Kommt man nach dem Studium noch in den Job? von Antonella CorradoWie lange dauert die Bearbeitung eines BAföG-Antrags?Die amtliche Statistik des Statistischen Bundesamtes erhebt die Dauer der BAföG-Bearbeitung nicht, so Anbuhl. Wegen der Problematik, dass Anträge häufig nicht vollständig eingereicht werden oder Nachweise fehlen, sei das auch nicht einfach zu beantworten: „Wenn zwar formal ein Antrag gestellt wurde, dieser aber erst zwei Monate später vollständig vorliegt, wäre eine Zeitmessung ab Antragseingang nicht seriös.“ In jedem Fall verhindere eine möglichst frühzeitige Antragstellung oft, dass der Antrag in Massenbearbeitungszeiten falle. Und das verkürze oft die Wartezeit.Als groben Richtwert für eine Standard-Antragsbearbeitung nennt Anbuhl etwa acht Wochen. In komplizierten Fällen dauere das jedoch länger, beispielsweise wenn etwa mehrere Geschwister sich ebenfalls in Ausbildung befinden und von den Eltern unterstützt werden.Inwiefern beeinflusst das BAföG den Entschluss zum Studium?Es gibt einen positiven Effekt von BAföG auf den Studienentschluss. Das teilt Jessica Ordemann, leitende Forscherin am Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), auf Anfrage mit. Allerdings sei dieser Effekt eher klein. Das liege auch daran, dass viele BAföG-Entscheidungen erst nach dem Studienanfang mitgeteilt werden.„Zudem reagieren insbesondere weniger privilegierte Gruppen – also all jene, die BAföG besonders benötigen – auch kostensensibel“, so Ordemann. Oft scheuten sie demnach die Investition in den BAföG-Kredit. Und auch fehlende Informationen sowie bürokratische Hürden wirkten abschreckend. In der Folge entscheiden sie sich oft gegen ein Studium.Welche Reformvorschläge gibt es für das BAföG?Das BMFTR plant eine Reform des BAföG. Das teilt eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage der WirtschaftsWoche mit. So habe das BMFTR den Referentenentwurf für ein 30. BAföG-Änderungsgesetz erstellt. In Kraft getreten ist es allerdings noch nicht.Die BAföG-Reform sieht die Erhöhung der Wohnkostenpauschale, höhere Freibeträge und eine Anhebung der Bedarfssätze vor. Auch das Verwaltungsverfahren wird durch die Reform einfacher und schneller, so die Sprecherin. Beispielsweise solle die digitale Antragstellung künftig durch KI-Unterstützung erleichtert werden.Wie sieht es mit der Rückzahlung des BAföG aus?Schüler erhalten ihr BAföG vollständig als Zuschuss. Sie müssen nichts erstatten. Auch Studenten müssen die Zuschuss-Hälfte des BAföG nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit nicht zurückzahlen. Die andere Hälfte, das Darlehen, müssen sie zinsfrei zurückzahlen.Studenten haben nach Ende ihrer Förderung allerdings fünf Jahre Zeit, um mit der Rückzahlung zu beginnen. Das gibt das BMFTR an. Sie müssen das Darlehen mit einer monatlichen Rate von 130 Euro zurückzahlen. Diese Rate wird einmal im Quartal bezahlt. Also zahlen Studenten vierteljährlich 390 Euro beziehungsweise 1560 Euro im Jahr. Wer nicht mehr als 1690 Euro monatlich verdient, kann zudem einen Antrag auf eine Zahlpause stellen. Wichtig ist auch, dass Studenten ihr Darlehen mit maximal 77 Monatsraten zurückzahlen. Das entspricht 10.010 Euro. Jeden weiteren Euro müssen die Studenten wie die Zuschuss-Hälfte nicht erstatten. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick











