Betroffene und Forschende haben das untererforschte Ovarialsyndrom umbenannt. Wie das zu besserer Wissenschaft und Behandlung führen könnte.
Aus PCOS wird PMOS: Die Krankheit wird umbenannt, weil es bei ihr um weit mehr geht als um die hier zu sehenden Eierstöcke
Frederic Neema/laif
S eit über 14 Jahren ist für Helene Teede klar: Der alte Name muss weg! Die australische Endokrinologin wollte ihren Patient*innen nicht mehr verkünden, sie hätten PCOS. Die vier Buchstaben stehen für Polyzystisches Ovarialsyndrom. Aus Teedes Sicht die falsche Beschreibung der Krankheit. Mit fatalen Folgen: Bis heute sei der Name einer der Gründe, warum Betroffene zu spät diagnostiziert und nicht ganzheitlich versorgt würden. Dabei betrifft die Krankheit eine von acht Frauen, schätzungsweise gibt es weltweit 170 Millionen Betroffene im gebärfähigen Alter.
Immer wieder musste Teede ihren Patient*innen erklären, dass sie zwar die Erkrankung hätten, aber keine Zysten in den Eierstöcken. Das, was zwei Ärzte, die vor über 100 Jahren die Krankheit erstmals beschrieben, fälschlicherweise als Zysten wahrnahmen, waren unausgereifte Eizellen. Und nicht mal die kämen bei allen Patient*innen vor. Denn überhaupt seien nicht nur die Eierstöcke betroffen, PCOS ist eine systemische Erkrankung. Ein neuer Name sollte das endlich widerspiegeln.






