Hier schreibt jemand, der die Sprache des „Chronically Online“-Daseins verinnerlicht hat: Tony Tulathimutte verstört die englischsprachige Literaturwelt.

Der amerikanische Autor Tony Tulathimutte, fotografiert im September 2025 in Göteborg, Schweden

Staffan Löwstedt/SVD/TT/imago

Es gibt Bücher, die einen berühren, sanft und wohlwollend. Und es gibt Bücher, die einen schütteln, aufwecken und manchmal auch abstoßen. Zur zweiten Kategorie gehört „Fiasko“, ein Erzählband, der die englischsprachige Literaturlandschaft begeistert.

Autor Tony Tulathimutte, Sohn thailändischer Einwanderer, aufgewachsen in Massachusetts, Absolvent der Stanford University und des renommierten Iowa Writers’ Workshop, ist literarisch kein Unbekannter. Sein Debütroman „Private Citizens“ aus dem Jahr 2016 wurde vom New York Magazine als „der erste große Millennial-Roman“ gefeiert: eine bissige Satire über vier Stanford-Absolvent:innen, die sich im San Francisco der Nullerjahre zwischen Start-up-Kultur, Aktivismus und Selbstfindungsseminaren verlieren. Für seine Kurzgeschichten erhielt er unter anderem den Whiting Award sowie den O. Henry Award. Kein Debütant also, der sich erst noch beweisen müsste, sondern einer, der mit seinem zweiten Buch sein Profil zu schärfen weiß.