Tal Josef Tamir hat untersucht, wie sich Antisemitismus auf die Betroffenen auswirkt. Diese seelische Belastung müsse ernster genommen werden, sagt er

Das Tragen sichtbarer jüdischer Zeichen, wie einer Kippa, kann angreifbarer machen, sagt Tal Josef Tamir

Hannes P Albert/dpa

taz: Herr Tamir, was hat Sie dazu gebracht, die psychischen Auswirkungen von Antisemitismus auf jüdische Studierende zu untersuchen?

Tal Josef Tamir: Das Thema hat sich fast aus der Not ergeben. Ich habe festgestellt, dass es zu diesem Thema viel weniger Forschung gibt, als ich erwartet hatte. Es gab zwar viele Diskussionen über Antisemitismus, aber kaum Untersuchungen dazu, was er psychisch mit den Betroffenen macht. Ich hatte auch das Gefühl, viele Menschen in der jüdischen Community sind gerade sehr belastet, und wollte die Frage beantworten, ob das nur eine persönliche Wahrnehmung ist oder sich wissenschaftlich zeigen lässt?