Dienstagnachmittag in Hamburg-Altona. In der Holstenstraße beugen sich zwei gewaltige Kräne über das Haus mit der Nummer 197, ein Teil der Straße ist abgesperrt. Das Vorderhaus steht noch – an einem der Fenster im vierten Stock kleben bunte Bilder. Das Hinterhaus wird in diesen Minuten abgerissen, ein Bagger gräbt sich durch Wände, Möbel, Erinnerungen. Richard von der Schulenburg musste eben mitansehen, wie seine Küche zertrümmert wurde. Jetzt sitzt er in gelber Warnweste in einem Café ums Eck und kämpft mit den Tränen. Von der Schulenburg, Musiker und ehemaliges Mitglied der Band Die Sterne, ist einer von 14 Menschen, die vor knapp drei Wochen binnen weniger Minuten ihr Zuhause verloren – und fast ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen mussten (wir berichteten). Die Feuerwehr hatte das 1894 erbaute Mehrfamilienhaus wegen akuter Einsturzgefahr evakuiert. Was bleibt, wenn man binnen Minuten fast alles verliert? Und wie geht es jetzt weiter?