PfadnavigationHomeRegionalesHamburgStatik-ProblemeWeitere Wand soll fallen – keine Entwarnung bei einsturzgefährdetem Haus in AltonaStand: 18:09 UhrLesedauer: 3 MinutenBlick auf die geräumten Häuser in der Altonaer Holstenstraße, links die Nummer 199, in der Mitte das einsturzgefährdete Haus 195/197 und rechts Haus 191/193.Quelle: Bodo Marks/dpaDas Bangen geht weiter: Nach dem Teilabriss eines einsturzgefährdeten Altbaus in Hamburg-Altona sind weitere Arbeiten nötig. An dem Gebäude soll eine zusätzliche Wand weichen. Erst danach wird entschieden, ob Nachbarn in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen.Seit Tagen, zum Teil seit mehr als drei Wochen, warten Mieter von drei Wohnhäusern in Hamburg-Altona darauf, in ihre Wohnungen zurückkehren zu können – und sei es nur, um vereinzelt persönliche Gegenstände zu retten. Doch auch nach dem Abriss von Teilen eines akut einsturzgefährdeten Altbaus an der Holstenstraße, gibt es vorerst keine Freigabe des restlichen Gebäudes oder der benachbarten und nur aus Sicherheitsgründen ebenfalls gesperrten Nebenhäuser.Denn: Der Abriss des Hinterhauses hat die Gefahr offenbar noch nicht ausreichend beseitigt. Am einsturzgefährdeten Gebäude 195/197 soll nun eine weitere Wand kontrolliert abgebrochen werden. Erst danach könne neu bewertet werden, wie es mit dem Altbau und den benachbarten Häusern weitergeht. Das teilte das Bezirksamt Altona am Donnerstag auf Anfrage mit. Demnach liegt inzwischen ein neues Konzept zur Standsicherheit des Hauses vor. Erarbeitet wurde es von einem vom Eigentümer beauftragten Statiker. Ein unabhängiger Prüfstatiker bewertet es zurzeit.Lesen Sie auchBislang hat der Prüfstatiker nach Angaben des Bezirksamts lediglich einen ersten Schritt freigegeben. Zunächst soll an einer Stelle Schutt beseitigt werden. Anschließend soll die weitere Wand weichen. Danach sind Abstützmaßnahmen am vorderen Gebäudeteil vorgesehen. Wann diese Arbeiten beginnen, sei dem Bezirksamt bisher nicht bekannt, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Für die Betroffenen bedeutet das, dass die Unsicherheit weiter anhält. Am 23. Juli hatten Feuerwehr und Behörden das Gebäude 195/197 räumen lassen, nachdem an tragenden Teilen des 1894 errichteten Altbaus massive Risse entdeckt worden waren. Auf Fotoaufnahmen, die Anfang dieser Woche entstanden, war zum Beispiel ein klaffender Riss knapp unter dem Dach zu sehen gewesen. Weil die direkt angrenzenden Häuser 191/193 und 199 bei einem möglichen Einsturz mitgefährdet wären, mussten auch deren Bewohner ihre Wohnungen verlassen, zuerst im Haus 191/193 und gut eine Woche später auch die Bewohner von Haus 199.Anfang der Woche rückten deshalb Kräne und Bagger zum Teilabriss an. Dienstagabend beendeten sie ihre Arbeit. Nun müssen sie – zumindest in Teilen – wieder anrücken, um den weiteren Gebäudeteil abzureißen. Erst nach Abschluss der Arbeiten wird entschieden, ob die Häuser 191/193 und 199 wieder genutzt werden dürfen.Lesen Sie auchFür deren Bewohner ist das die entscheidende Frage. Ihre Häuser selbst weisen nach bisherigem Kenntnisstand keine Schäden auf. Geräumt wurden sie, weil sie mit dem einsturzgefährdeten Haus verbunden sind und bei einem Einsturz ebenfalls betroffen sein könnten.Für die Bewohner des Hauses 195/197 geht es dagegen um noch grundlegendere Fragen. Nach dem Teilabriss des Hinterhauses ist weiterhin offen, wie viel von dem Altbau für einen möglichen Wiederaufbau erhalten werden kann. Viele hoffen zudem darauf, noch Hab und Gut aus ihren Wohnungen bergen zu können.juve