PfadnavigationHomeRegionalesHamburgHolstenstraßeAbriss von Wohnhaus begonnen – Mieter verlieren alle HabseligkeitenStand: 13:04 UhrLesedauer: 2 MinutenEin Banner mit der Aufschrift „Wohnraum erhalten“ bei der Demo vor den vom Abriss bedrohten WohnhäusernQuelle: Lilli Förter/dpaIn der Holstenstraße wird der hintere Teil eines fünfstöckigen Altbaus abgerissen. Die Bewohner mussten das Haus zuvor fluchtartig verlassen, auch Nachbarhäuser wurden geräumt.In Hamburg-Altona haben die Abrissarbeiten an einem einsturzgefährdeten Wohnhaus begonnen. Am Vormittag nahmen Schwerlastkräne und Bagger ihre Arbeit auf, um den hinteren Gebäudeteil des fünfstöckigen Altbaus in der Holstenstraße zu beseitigen.Betroffen ist nach dpa-Angaben das Gebäude mit der Hausnummer 195/197. Dort waren vor gut zwei Wochen erhebliche Mängel festgestellt worden. Die Mieterinnen und Mieter mussten das Haus daraufhin umgehend verlassen. In der Folge wurden aus Sicherheitsgründen auch die benachbarten Häuser 191/193 sowie 199 geräumt.Lesen Sie auchFür die vom Abriss betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner ist die Lage besonders schwer, weil sie nicht nur ihre Wohnungen verlieren. Nach derzeitigem Stand müssen sie voraussichtlich auch auf praktisch all ihre Habseligkeiten verzichten. Wegen der akuten Einsturzgefahr durfte niemand das Gebäude betreten. An tragenden Teilen des 1894 erbauten Hauses waren massive Risse entdeckt worden.Einige wenige Dinge konnten nach den vorliegenden Angaben noch gesichert werden. Die Polizei rettete sie, als sie überprüfte, ob das Abbruchhaus tatsächlich leer ist. Weitere Gegenstände konnten die Bewohnerinnen und Bewohner demnach nicht aus dem Gebäude holen, weil ein Betreten wegen der Gefahr nicht möglich war.Demo mit Anwohnern und SympathisantenAm Montagnachmittag versammelten sich nach Polizeiangaben rund 300 Menschen vor dem Gebäude, um sich mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu solidarisieren. Der Mieterverein zu Hamburg sprach angesichts der Lage von einer dramatischen Situation für die Betroffenen. Es müsse für sie schnell und unbürokratisch Ersatzwohnraum zur Verfügung gestellt werden.Lesen Sie auchZudem forderte der Mieterverein, der Eigentümer des maroden Gebäudes müsse zur Verantwortung gezogen werden. Um künftige Fälle zu verhindern, sprach sich der Verein für einen „Wohnraum-TÜV“ aus. Damit solle eine Nachweispflicht für einen guten Gebäudezustand verbunden sein.Nach derzeitigem Stand konzentrieren sich die Arbeiten zunächst auf die Beseitigung des hinteren Gebäudeteils. Wann die Abrissarbeiten abgeschlossen sein sollen oder wann die Bewohnerinnen und Bewohner der geräumten Nachbarhäuser zurückkehren können, ist bislang nicht bekannt.dfe, dpa