Lizenz zur AttackeEs ist wohl mit Glück zu erklären, dass die mit Sprengstoff ausgerüstete Drohne am 4. August auf dem Flughafen Leipzig/Halle nicht explodierte. Ihr Ziel war offenbar eine ukrainische Antonow An-124; der Zünder war wohl defekt. Seither ermittelt die Bundesanwaltschaft, der Nationale Sicherheitsrat tagte.
Ukrainische Antonow auf dem Flughafen Leipzig/Halle
Während das »Wall Street Journal« am 7. August unter Berufung auf zwei amerikanische Beamte meldete, US-Dienste machten für die Leipziger Drohne die russische Regierung verantwortlich, spricht Innenminister Alexander Dobrindt seit einer Woche von einem »hybriden Anschlagsszenario« und »fremden Mächten« (mehr hier ). Noch ist also nicht bewiesen, dass Russland hinter dem Angriff steckt. Klar ist aber: Deutschland ist längst Ziel hybrider Kriegsführung.Heute um 10 Uhr beschließt das Kabinett eine Reform der deutschen Nachrichtendienste, nicht wegen Leipzig, aber unter dem Eindruck der Ereignisse von Leipzig. Und auch hier kann man durchaus von einer Zeitenwende sprechen.
Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz sollen deutlich mehr Befugnisse erhalten (mehr dazu hier ). Der BND soll nicht mehr nur Informationen sammeln, sondern in begrenzten Fällen aktiv eingreifen dürfen. Er könnte ausländische IT-Systeme hacken, die Infrastruktur gegnerischer Cyberangriffe lahmlegen und in einer »nachrichtendienstlichen Sonderlage« sogar die Angriffsfähigkeit eines Gegners schwächen.













