Neuerdings zieren meine Füße rote Mäuse. Zwei winzige, perfekt geschwungene Ohren ragen am Dekolleté des Schuhs empor. Auf der Kappe blitzen filigrane Schnurrhaare, zwei silberne Nieten stellen die Augen dar, während sich ein dünner, gestickter Mäuseschwanz elegant um die Außenseite der Ferse schlingt.Die Rede ist von den legendären Maus-Ballerinas von Marc by Marc Jacobs, die der Designer 2002 ins Leben gerufen hat. Diese wurden damals von It-Girls wie Bloggerin Chiara Ferragni rauf und runter getragen und erleben gerade ein stilles Revival. So trug etwa Sängerin Kim Petras im Musikvideo zu ihrem Song „Jeep“ ein rosafarbenes Paar der mausigen Treter.
Maus für den guten Zweck: Harper Beckhams blaue Marc-Jacobs-Ballerinas wurden 2015 in London für eine Wohltätigkeitsaktion versteigert.
© imago stock&people
Jedenfalls verfolgten mich die Schuhe mehrere Wochen lang auf diversen Social-Media-Plattformen – bis ich schließlich schwach wurde und mir ein rotes Modell auf einer Secondhand-Plattform bestellte. Vielleicht sind das die Anfänge dieser Quarter-Life-Crisis, von der alle sprechen. Oder der Versuch meines Unterbewusstseins, mein inneres Kind zu heilen.Doch ich will Sie gar nicht länger mit meinen individuellen Problemen belästigen. Denn meine Maus-Ballerinas stehen für ein größeres Phänomen: In der Modewelt ging es zuletzt nämlich ziemlich tierisch zu.








