Kultureinrichtung oder Spionagezentrale? Das Auswärtige Amt ist noch zurückhaltend, doch parteiübergreifend fordern Politiker härteres Vorgehen gegen das Russische Haus in Berlin. Deutschland strahle mit der Duldung »Schwäche pur« aus.

11.08.2026, 18.13 Uhr

Russisches Haus in Berlin

Mehrere Politiker fordern nach neuen Spionagezentrums-Vorwürfen gegen das Kulturzentrum Russisches Haus in Berlin-Mitte die Schließung der Einrichtung. »Dieses Haus ist Symbol unserer Schwäche und russischer Einflussnahme«, sagte der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter dem Sender »Welt TV« . »Wir schließen es nicht, weil wir umgekehrt glauben, dass die Goethe-Institute in Russland dann geschlossen werden. Aber: So what? Dann werden sie halt geschlossen.«

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes hatte am Montag auf die zwischen Deutschland und Russland bestehenden bilateralen Abkommen zu »Liegenschaftsangelegenheiten« verwiesen. Diese beträfen auch das Goethe-Institut in Moskau. Beide Institutionen seien also »unmittelbar miteinander verbunden«. Teil der Vereinbarungen ist den Angaben zufolge, dass Deutschland und Russland die Grundsteuer für das jeweilige Anwesen in Berlin und Moskau übernehmen. Diese Abkommen könnten nicht ohne Weiteres aufgehoben werden, hieß es.