Die Bilanz ist verheerend – und sie könnte noch schlimmer werden: Nach einem schweren Erdbeben laufen die Rettungsmaßnahmen in Kolumbien weiter. Wie der kolumbianische Städteverband Asocapitales in einer vorläufigen Bilanz mitteilte, kamen mindestens 169 Menschen ums Leben, 668 wurden verletzt. Doch klar ist: Die Zahlen dürften weiter steigen.Besonders schwer getroffen sind Städte rund um das Epizentrum nahe San José del Palmar im Westen des Landes. Dort brachte das Beben zahlreiche Gebäude zum Einsturz oder beschädigte sie. Es werden viele Menschen unter Trümmern vermutet. Allein in der Millionenstadt Cali, die südlich des Epizentrums liegt, würden 188 Menschen vermisst, sagte Präsident Abelardo de la Espriella bei einer Pressekonferenz. »Darauf werden sich jetzt all unsere Kräfte konzentrieren.« Laut Asocapitales wurden dort bisher 85 Tote gemeldet, die Stadtverwaltung in Cali sprach von 95 Toten.

Ohnehin: Es gibt verschiedene Quellen, die von unterschiedlichen Opferzahlen berichten. Die Bürgermeister von Cali, Pereira, Choco und Manizales sprachen laut der Nachrichtenagentur AP am Dienstag von insgesamt 179 Todesopfern. 3000 Menschen sollen noch vermisst sein.Auch der Flughafen der Stadt am Rande des großen Kaffeeanbaugebietes Eje Cafetero sei nur noch eingeschränkt betriebsbereit. Cali selbst ist für die vielen Salsa-Schulen bekannt und ein beliebtes Reiseziel auch für Touristen aus Europa.