Die Jury des Deutschen Buchpreises hat 20 Romane vorgeschlagen, aus denen sie im Oktober einen als besten des Jahres auswählen wird. An solchen Listen versuchen Beobachter oft das künftige Schicksal der Literatur herauszulesen. Dabei fällt dann oft besonders auf, was nicht draufsteht.Nominiert sind aus den Frühjahrsprogrammen Helene Bukowski mit „Wer möchte nicht im Leben bleiben“, Muri Daridas Roman „King Cobra“, Alisha Garmischs „Parasiti“, Tomer Gardis teilweise von Anne Birkenhauer aus dem Hebräischen übersetztes Buch „Liefern“, Elias Hirschls „Schleifen“, „Nelka“ von Svenja Leiber, Peggy Mädlers „Selbstregulierung des Herzens“, Yade Yasemin Önders „Anti Müller“, der bereits sehr erfolgreiche Roman „Sanditz“ von Lukas Rietzschel und Lilli Tolkiens Debüt „Mit beiden Händen den Himmel stützen“.Elias Hirschl:Welche Macht hat Sprache über uns?Wenn jedes Objekt ein eigenes Wort bekommt, wird’s irgendwann schwer, den Überblick zu behalten: Das Gespräch mit Elias Hirschl auf der Buchmesse führt in die Welt der Linguistik-Nerds. Es wird sprachphilosophisch - und herrlich absurd.Die nominierten Herbstromane, die gerade erschienen sind oder bald herauskommen, sind Shida Bazyars „Die Lücken“, „Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe, Franziska Gänslers „Orca“, „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ von Valeria Gordeev, Leh-Wei Liaos Debüt „Glaszeit“, „Aus anderem Holz“, ein Pinocchio-Roman von Giuliano Musio, „Das Wasser im August“ von Ingo Schulze, Heinz Strunks „Memories of Heidelberg“, Karosh Tahas „Gulistan“ und „Anton und Alma“ von Dana Vowinckel.Juryentscheidungen sind Blackboxen, man kann über sie nur spekulierenDarunter sind nach Zählung des Börsenvereins, der den Preis auslobt, 17 Autoren und Autorinnen, die noch nie dafür nominiert waren und sechs Debüts. Ein paar Namen mag man dagegen vergeblich suchen: Im Herbst erscheinen stark erwartete Romane von Maxim Biller, Eva Menasse und Lutz Seiler. Auch die von der Kritik gelobten und von ihren Leserinnen und Lesern auf die höheren Ränge der Bestsellerlisten gehobenen Bücher „Die Straße“ von Robert Seethaler und „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner sind nicht dabei.Literaturpreise:Eitelkeit ist das neue UnderstatementDie erfolgreiche Autorin Caroline Wahl beschwert sich bei Instagram bitterlich, dass sie nicht für einen Buchpreis nominiert ist. Das ist peinlich, menschlich, nahbar. Eine Lektüreempfehlung.Juryentscheidungen sind notwendigerweise Blackboxen. Über eine strategische Entscheidung für noch relativ wenig wahrgenommene Autoren kann man deshalb nur spekulieren. Dass der Bestsellerautor Heinz Strunk und der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Ingo Schulze, sowie die ebenfalls heiß erwarteten Bücher von Dana Vowinckel und Shida Bazyar nominiert sind, spräche dagegen. Jede Jury würde zudem stets auf ihren rein literarischen Kriterien beharren. Zu hören war indessen gelegentlich, dass gerade bekannte Autoren sich dem Preis verweigern und ihre Bücher nicht einreichen lassen. Nominierten-Lesungen, Interviews und die Preisverleihung absitzen zu müssen, um dann doch mit leeren Händen nach Hause zu gehen, hat schon manchen den letzten Nerv gekostet.Ihr Interesse an dem Preis hat dagegen in der Vergangenheit die Bestsellerautorin Caroline Wahl öffentlich verkündet, die auch mit ihrem Ende August erscheinenden Buch „1999 Meter über dem Meer“ wieder nicht nominiert ist.Am 8. September gibt die Jury die dann noch sechs Titel zählende Shortlist bekannt, am 5. Oktober wird zu Beginn der Frankfurter Buchmesse der Sieger gekürt. Der Deutsche Buchpreis gilt als die Auszeichnung mit dem größten Einfluss auf die Verkaufszahlen des Buchhandels. Er ist mit 25 000 Euro für den Sieger und je 2500 Euro für die Nominierten der Shortlist dotiert.
Deutscher Buchpreis, die Longlist 2026: Heinz Strunk und Dana Vowinckel nominiert
Wer fehlt auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2026? Besonders ein paar etablierte Namen sucht man vergebens.












