Stand: 11.08.2026 • 13:04 Uhr

Die meistdiskutierte Liste des Literaturbetriebs ist da: die Longlist zum Deutschen Buchpreis. Auf ihr stehen 20 Romane, die die Vielfalt des Erzählens zeigen sollen. Es lässt sich streiten, ob es auch die Besten sind.

Von Alexander Solloch, NDR Kultur

Dass ausgerechnet jenes Werkzeug, mit dem auf die Schönheit deutschsprachiger Literatur hingewiesen werden soll, in fragwürdigem Deutsch "Longlist" genannt wird - darüber regt sich längst keiner mehr auf. Entsprechende Mäkeleien aus der Anfangszeit des Deutschen Buchpreises vor über 20 Jahren sind inzwischen verstummt. Der Preis und seine Listen - die "Longlist" im August mit 20 Titeln und die auf sechs Romane verkürzte "Shortlist" im September - sind etabliert und feste Größen im Kalender des Literaturbetriebs.

Ärger, Empörung und Polemik lösen sie trotzdem regelmäßig und zuverlässig aus - und erfüllen damit zielgenau den Zweck des Deutschen Buchpreises. Denn Streit schafft Aufmerksamkeit - die wichtigste Währung auf dem hart umkämpften Buchmarkt, auf dem immer mehr Titel um die Gunst eines stetig kleiner werdenden Publikums ringen.