Es gibt in dieser Stadt Orte, die mehr sind als Geschäfte oder bloße Gastronomie. Orte, an denen man nicht nur einkauft oder isst, sondern sich erinnert: an Matjes, an ein Glas Wein im Stehen, an den Duft von Räucherfisch, Kartoffelsalat und warmen Buletten. Rogacki in der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg war ein solcher Ort. Seit 1928 stand der Name für Aal, Lachs, Feinkost und eine besondere Form West-Berliner Alltagskultur. Nun soll die Fisch- und Feinkostlegende Rogacki zurückkehren – zunächst nicht als Laden, sondern als Buch.
Voraussichtlich Ende September
Am 10. August startete auf der Crowdfunding-Plattform Startnext eine Kampagne für das erste Rogacki-Kochbuch. Geplant ist ein 180-seitiges Hardcover mit mehr als 50 Originalrezepten, historischen Fotografien und Geschichten aus fast einem Jahrhundert Unternehmensgeschichte. 25.000 Euro sollen bis zum 10. September zusammenkommen. Erst dann wird gedruckt; vorgesehen ist eine Erstauflage von 2000 Exemplaren. Erscheinen soll das Buch, falls die Finanzierung gelingt, bereits Ende September.
Das Projekt ist ein vorsichtiger, zugleich aber sicherlich auch ein symbolischer Schritt. Denn Rogacki, einst eine der bekanntesten Feinkostadressen Berlins, existiert ja als Geschäft nicht mehr. Nach Insolvenz und Schließung des traditionsreichen Hauses im Jahr 2025 wurde das Inventar versteigert, die vertrauten Theken verschwanden. Geblieben sind der Name und offenbar ein beachtlicher Fundus an Rezepten. Und genau mit diesem Pfund wird gewuchert, denn unserer schnelllebigen Zeit lebt man nicht lange nur von der Erinnerung.






