Ein Stück Ostberliner Imbissgeschichte könnte bald verschwinden. Der kleine Stand „Alain’ Snack“ an der Schönhauser Allee soll im Zuge der Bauarbeiten an der dortigen S-Bahnbrücke abgerissen werden. Seit Jahrzehnten wird hier Ketwurst verkauft, die ostdeutsche Antwort auf den Hotdog. Der Imbiss schreibt sie zwar mit zwei „t“, offiziell heißt das Gericht jedoch Ketwurst – zusammengesetzt aus Ketchup und Wurst.
Die Ketwurst gehört zu einer ganzen Reihe von Speisen, mit denen die DDR versuchte, eine eigene Form von Fast Food zu entwickeln: schnell herzustellen, vergleichsweise einfach zu essen und geeignet, um möglichst viele Menschen mit begrenztem Personal und wenigen Sitzplätzen zu versorgen. Ein Rückblick.
Die Ketwurst sollte Menschenmengen am Alex versorgen
Erfunden wurde die Ketwurst Ende der 1970er-Jahre von Mitarbeitern des Rationalisierungs- und Forschungszentrums Gaststätten in Berlin. Die Aufgabe der Einrichtung bestand darin, Arbeitsabläufe in der Gastronomie zu vereinfachen und neue Versorgungskonzepte zu entwickeln.
Gerade am Alexanderplatz hielten sich, damals wie heute, täglich große Menschenmengen auf. Rund um den Fernsehturm, die Kaufhäuser und den Verkehrsknotenpunkt wurden Speisen gebraucht, die schnell ausgegeben und im Stehen gegessen werden konnten. 1979 wurde die Ketwurst am Schnellimbiss „Alextreff“ erstmals verkauft: für 1,50 Mark.






