Wahlkampf im Land des Lachens: Sachsen-Anhalt am komischen Abgrund der Demokratie. Eine Visite.

Wenn Komiker Wahlkampf machen, ist das Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt, dem lustigsten Bundesland der Welt, bekannt für den ersten Stand-up-Comedian, der mit seinem Soloprogramm „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ und einem Potpourri von Judenwitzen sich eine größere Fangemeinde zwischen Eisleben und Wittenberg erworben hatte, bestreiten die beiden führenden Parteien AfD und CDU, die etwas weniger führt, ihren Wahlkampf mit einem gehörigen Genickschuss Humor und mit zum Verwechseln ähnlichen Personen auf der Bühne.

Uwe Steimle, der frohfaschistische Sachse, singt und scherzt an der Seite von Ulrich Siegmund für Frieden und Nationalismus. Didi „Palim Putin“ Hallervorden blödelt an der Seite von Sven Schulze – aber wer ist eigentlich nochmal Sven Schulze? … egal – für Frieden und Antisemitismus. Ein Duell der Lachgiganten bahnt sich an im Kulturpalast Leuna-Ost, wo die beiden Spitzenspaßkandidaten flankiert von ihren Humorsekundanten in den Ring steigen werden.

Wenn man nichts zu lachen hat, sorgt man selbst für die Lacher, dürfte man sich vormals schon gedacht haben, als das Landesmarketing von S.A. den Slogan „Wir stehen früher auf“ erfunden und für viele gutmütige Schmunzler in den anderen Bundesländern gesorgt hat. Funfact: Das Anagramm von „Wir stehen früher auf“ lautet nicht von ungefähr „Wir stehen auf Führer“.