Würde die Demokratie allein dadurch gerettet, dass man sich immerzu kräftig über alles Mögliche empört und darüber Dampf ablässt, dann wäre Deutschland vor dem Populismus sicher. Gerade ist der harte Empörungsstrahl direkt auf den Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts gerichtet, auf Sven Schulze (CDU). Gemeinsam mit dem Kabarettisten Didi Hallervorden tourte Schulze durchs Land, unter dem Motto »Kunst braucht Freiheit«. Dabei führte Hallervorden ein Lied auf, in dem er gegen Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ansang: »Hallo, Herr Kriegsminister! Sie haben meinen Sohn gebeten, im Krieg für Sie zu töten. Marschieren Sie eigentlich selber mit?« Klingt etwas lahm, erregt aber offenkundig Anstoß.