Am Waldrand tat sich eine riesige Lichtung auf. Unter der Sonne wechselten sich Grüntöne von zart bis dunkel ab, für die es nicht genug Namen gibt. Und dazwischen Blüten von Klee, Mohn, Kornblume, Wegwarte, Hahnenfuß, Ackersenf, Margerite, Schafgarbe, Lichtnelke. Als hätte Malwida, die „Königin der Farben“, sich hier ausgetobt, eine von der Künstlerin Jutta Bauer im Bilderbuch gefeierte Herrscherin.
So schön ist der Sommer im Land der bewaldeten Hügel und Seen, in Mecklenburg, sprach ich vor mich hin, den Hund an der Joggingleine, selbst mehr japsend als der Hund, als wir eine große Anzahl grasender Tiere auf der Lichtung entdeckten. Ist das nun Rot-, Reh- oder Damwild, fragte ich den Hund, so richtig war es nicht zu erkennen. Wir schauten eine Weile fasziniert, als ein Summen immer näher kam. Gerade noch wollte ich mich freuen, dass Wiese, Feldrain und Wald nicht nur menschliche Augenweide, sondern auch Bienenfreude sind, da krabbelte etwas auf meinem Kopf herum, begleitet von einem Sirrgeräusch.
Wie von der Reißzwecke erwischt
Beim Versuch, sich von mir zu lösen, blieb ein Tierchen offenbar in meinen verziepten Haaren hängen. Und als ich ihm helfen wollte, machte es schon pieks!, als hätte mich eine Reißzwecke getroffen. Mein erster Gedanke galt der Biene, die ja nun sterben musste. Der zweite galt dem Hund, weil ich fürchtete, dass auch die Hechelzunge gestochen werden und anschwellen könnte und das Hundchen womöglich erstickte.







