Als Freischreiber bin ich voll konditioniert, wie ein Rabe, der mit seinem Schnabel Türen öffnen kann. Manche finden das nerdig – etwa meine Frau.
Rabe oder Krähe – Hauptsache klug und majestätisch
Eigentlich wäre es mir lieber, die Zeitungsleute würden sich morgens früher melden, wenn sie was von mir wollen. Also bis zehn, und nicht erst nach elf, manchmal sogar halb zwölf. Da sitze ich nämlich schon seit acht an anderem Zeug, und mehr als drei Stunden konzentrierter Arbeit kann ich knicken.
Im Bergwerk wäre ich daher eher nicht so gut aufgehoben. Spätestens um elf würde ich den Förderkorb zutage besteigen: „Nee, sorry, Leute, das reicht jetzt echt, und ich bin auch schon voll dreckig …“
Erschwerend kommt hinzu, dass ich mir für jeden gelungenen Satz – und das sind, bei aller Bescheidenheit, nicht wenige – traditionell ein Sektchen genehmige. Als Freiberufler brauchst du einfach bestimmte Tricks und Routinen, um die eigene Arbeitsmoral hochzuhalten. Das begreifen die Bergwerksmenschen oft nicht; das ist ja eine komplett andere Berufsmentalität.






