Enes Kanter Freedom sitzt an einem Schreibtisch und trägt einen Pullover mit dem Logo der WNBA. Dann erklärt der 2,08 Meter große frühere NBA-Center, er melde sich für den Draft der nordamerikanischen Frauen-Basketballliga an. Das Video stellte er am Freitag auf X. Es erreichte binnen zwei Stunden gut zwei Millionen Aufrufe.Wenige Stunden später zog Royce White nach, ebenfalls ein ehemaliger Erstrundenpick der NBA. Er sagte dem amerikanischen Sender Fox News, er identifiziere sich „manchmal als Frau – für Zwecke des Basketballs“. Diese Einschränkung ist der Kern der ganzen Aktion. Beide Männer erklären sich nicht zu Transfrauen, sie führen die Regeln der Liga vor.
Tarifvertrag: Wer in der WNBA als Frau gilt, steht nirgends
Der Hebel dafür steckt im Tarifvertrag zwischen Liga und Spielerinnen-Gewerkschaft. Dort heißt es, nur Frauen seien in der WNBA spielberechtigt. Was den Ausschlag gibt, steht allerdings nicht dabei: kein Geburtsgeschlecht, keine Geschlechtsidentität, kein Hormonwert, keine Frist. Die Liga hat bis heute nicht öffentlich erklärt, nach welchen Kriterien sie eine Bewerbung prüfen würde.Kanter Freedom argumentiert genau damit. Wenn die eigene Erklärung reiche, dann erfülle er sämtliche Voraussetzungen. Vorausgegangen war ein Interview von Sophie Cunningham. Die Spielerin der Indiana Fever hatte der Sportredaktion von ESPN im Juli gesagt, sie halte einen Ausschluss von Transfrauen aus dem Frauensport für richtig.Danach positionierten sich weitere Beteiligte. Cheryl Reeve, Trainerin der Minnesota Lynx, trat Ende Juli im Spiel gegen Cunninghams Fever in einem T-Shirt mit der Aufschrift „Trans kids belong“ an. Gabby Williams von den Golden State Valkyries erklärte, sie hätte kein Problem mit einer Transfrau im eigenen Team oder beim Gegner.










