Sind das Schenken eines Strausses oder von Pralinen nicht Gesten, die kein Gegengeschäft voraussetzen? Peter Buchs/Unsplash Eine ehemalige Kollegin, mit der ich einen ehrenamtlichen Einsatz leistete, forderte nach unserem Zerwürfnis, den Wert ihrer Geschenke an mich (Blumen, Pralinés, Telefongebühren, zusammen etwa 150 Franken) einer Hilfsorganisation zu spenden. Ich finde das daneben. Was halten Sie davon? – Dina B., BernLiebe Dina, ich hatte einige Ehrenämter, und seltsamerweise scheint dieses Format eine ähnliche Dramaquelle zu sein wie eine romantische Beziehung. Meine Erklärung: Viel Verantwortung wird mit viel gutem Willen und wenig Ressourcen zum Laufen gebracht, und nach einem halben Jahr reden mindestens zwei Leute nicht mehr miteinander. Doch was heisst das für Sie?Telefongebühren und Blumensträusse nachträglich einzufordern, ist lächerlich. Klar, das ist eine Geste, ein Tür-Zuknallen, ein Schluss für immer. Nun gut, wir sind ja Stoiker und denken uns, dass die Affektexplosion des Gegenübers tatsächlich nichts anderes ist als die Affektexplosion des Gegenübers. Wir haben also die Wahl, ob wir uns das zu eigen machen möchten, aber ich würde davon Abstand nehmen. Sparen Sie sich jede Diskussion, spenden Sie 150 Franken, lassen Sie sich eine Spendenquittung geben, und investieren Sie den Steuervorteil in eine Flasche Ruinart.Welches stilistische oder zwischenmenschliche Dilemma beschäftigt Sie, liebe Leserin, lieber Leser? Wir freuen uns über Ihre Zuschrift: [email protected] Namen können geändert oder anonymisiert werden. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Zählt ein Blumenstrauss als offene Rechnung?
Eine Kollegin forderte nach unserem Zerwürfnis, den Wert ihrer Geschenke an mich einer Hilfsorganisation zu spenden. Ich finde das daneben. Was denken Sie?






