Aufnahmen vom Flughafen Leipzig/Halle zeigen offenbar, wie die Drohne in einen Flügel der Antonow prallte – und dabei ihre Sprengstoffladung verlorWar es ein Kamikaze-Flug mit Absicht – oder ein Versehen? Laut einem Medienbericht ist der Flughafen womöglich nur knapp einer Katastrophe entgangen.10.08.2026, 11.31 Uhr3 LeseminutenErmittler arbeiten auf dem Rollfeld in der Nähe eines ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugs am Flughafen Leipzig/Halle mit einem Roboter, der Sprengstoff entschärfen kann.Jens Schlueter / GettyLaut einem Bericht der «Zeit» deutet vieles darauf hin, dass es die Täter, die den Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle steuerten, tatsächlich auf eine Explosion abgesehen hatten. Das legten Videoaufnahmen nahe, die von Überwachungskameras des Flughafens stammten und nun ausgewertet worden seien.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Aufnahmen zeigten, wie bereits am Dienstagabend gegen 19 Uhr 30 ein Objekt direkt auf eine der ukrainischen Antonow-Maschinen zuflog, in eine ihrer Tragflächen prallte und zu Boden fiel. Offenbar handelt es sich bei dem Objekt aus den Videoaufnahmen um die mit Sprengstoff beladene Drohne.Diese lag offenbar im Anschluss mehrere Stunden in der Nähe der Maschine auf dem Boden, ehe ein Busfahrer des Flughafens sie entdeckte. Allerdings, so der Bericht weiter, sicherte der Mann die Drohne, indem er seinen Fuss auf sie stellte und dann das Sicherheitspersonal rief. Zuvor war berichtet worden, dass er sie mit einem Fusstritt aus der Luft geholt habe.Spuren an dem Flugzeug bestätigten dieses Szenario, so die «Zeit» weiter. Der «Spiegel» hatte vergangene Woche bereits berichtet, dass ein Teil der Drohne auf einer Tragfläche einer der Antonows gefunden worden sei.Sprengstoff löste sich und fiel ebenfalls zu BodenDamit ergibt sich ein neues Bild der Situation. Zum einen befand sich die mit Sprengstoff beladene Drohne offenbar mehrere Stunden lang auf dem Gelände des Flughafens, ohne dass sie entdeckt und ohne dass Alarm geschlagen wurde. Vor allem aber ist es möglicherweise nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass es nicht zu einer gigantischen Explosion kam. Denn in den Tragflächen der Antonows befinden sich ihre Kerosintanks. Es liegt nahe, dass die Täter die Drohne absichtlich dorthin steuerten.Der Aufprall auf der Tragfläche könnte auch erklären, dass der Zünder defekt oder sogar abgerissen war. Ausserdem habe sich dabei auch der Sprengstoff selbst von der Drohne gelöst, so die «Zeit» weiter. Er sei in einiger Entfernung separat zu Boden gegangen. Das war so von den Tätern wohl nicht geplant.Laut einem Bericht der «Bild»-Zeitung bestand die Sprengvorrichtung aus einer Blechdose, die mit dem Sprengstoff befüllt worden war. Am Dosenboden sei der Zünder montiert gewesen. Die Drohne wiederum habe über eine Abwurfeinrichtung verfügt und sei mit zwei SIM-Karten ausgestattet gewesen, über die die Piloten sie gesteuert haben dürften.Ein Kamikaze-Flug mit Absicht – oder ein Versehen?Ob die Abwurfvorrichtung nicht funktionierte und die Piloten die Drohne deshalb auf einen Kamikaze-Flug in die Tragfläche schickten oder ob ihnen ein Fehler unterlief und die Drohne deshalb mit dem Flügel kollidierte, ist unklar. Denkbar ist, dass die Täter den Angriff nicht abbrechen wollten, um nicht zu riskieren, dass sie oder die Drohne entdeckt werden.Unklar bleibt auch, ob die Täter eine zweite Drohne einsetzten. Die Ermittler suchen nach Resten eines unbekannten Flugobjekts, das mutmasslich mit einem DHL-Transportflugzeug in mehreren hundert Metern Höhe zusammenprallte. Von einer Drohne fehlt aber offenbar nach wie vor jede Spur. Sie könnte weiteren Aufschluss darüber geben, wie die Täter vorgingen und wo sie sich zu dem Zeitpunkt befanden. Von ihnen fehlt ebenfalls noch immer jede Spur.Fortschritt gibt es auf anderem Gebiet: Nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Flughafen Leipzig/Halle trotz seiner strategischen Bedeutung für die Ukraine und die Nato über kein eigenes System zur Erkennung und Abwehr von Drohnen verfügte, haben die Verantwortlichen nun reagiert. Laut einem Fotografen der Deutschen Presse-Agentur installierte die Polizei am Samstag ein Radarsystem auf der Besucherplattform des alten Towers. «Tag24» berichtete, es handle sich dabei um ein Echoshield-Radarsystem, das anfliegende Drohnen auch in grösserer Entfernung erkennen und ihre Flugbahnen verfolgen kann.Passend zum Artikel
Flughafen Leipzig: Drohne prallte wohl in Flügel der Antonow und verlor ihre Bombe
War es ein Kamikaze-Flug mit Absicht – oder ein Versehen? Laut einem Medienbericht ist der Flughafen womöglich nur knapp einer Katastrophe entgangen.










