Der spektakuläre Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle wirft immer neue Fragen auf. In der Nacht zu Mittwoch wurde der Flugbetrieb für rund zwei Stunden eingestellt, nachdem zunächst eine Drohne und anschließend ein verdächtiger Gegenstand im Bereich der Südbahn entdeckt worden waren. Nach Angaben eines Nato-Sprechers befand sich die Drohne in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow An-124. Sicherheitskreisen zufolge soll an der Drohne Sprengstoff samt Zünder befestigt gewesen sein.

Zeitgleich wurde bekannt, dass eine DHL-Frachtmaschine mit einem bislang unbekannten Objekt kollidiert sein soll. Ob beide Vorfälle miteinander zusammenhängen, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Warum stand eine ukrainische Antonow in Leipzig?

Dass sich ukrainische Großraumtransporter am Flughafen Leipzig/Halle befinden, ist keineswegs ungewöhnlich. Seit Beginn des Ukraine-Krieges hat sich der Flughafen in Ostdeutschland zu einer der wichtigsten Auslandsbasen der staatlichen ukrainischen Fluggesellschaft Antonov Airlines entwickelt.

Da der ukrainische Luftraum seit Februar 2022 für den zivilen Luftverkehr gesperrt ist, sollen nach Unternehmensangaben inzwischen bis zu sechs Antonow An-124 dauerhaft in Leipzig stationiert sein. Von hier aus fliegen die Maschinen weltweit Hilfs-, Industrie- und Schwerlasttransporte sowie Einsätze für das Nato-Lufttransportprogramm SALIS.